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Faszination: Winterlicher Harz

Faszination: Winterlicher Harz

Ein Ausflug des Leipziger Tagestreffs „Insel“ auf den Brocken

altAn einem Samstag im November des vergangenen Jahres fand sich zu früher Stunde eine Gruppe von zwölf Personen unterschiedlichster Couleur auf einem Bahnsteig des Leipziger Hauptbahnhofes ein. Sie waren in freudiger Erwartung eines Zuges in Richtung Wernigerode. Ich selbst stieß inkognito als KiPPE-Berichterstatter erst kurz vor dessen Abfahrt dazu. Pünktlich um 7.29 Uhr setzte sich der Regionalexpress in Bewegung. Nachdem alle ihre Plätze eingenommen hatten, konnte ich mich ganz meiner Aufgabe widmen, aufmerksam zu beobachten und Kontakt zu meinen Mitreisenden aufzunehmen, um so Informationen für einen Artikel über einen Ausflug zum Harzer Brocken zu sammeln, den Sie im Folgenden lesen können.



Meine Mitreisenden waren größtenteils Besucher des Leipziger Tagestreffs für Wohnungslose „Insel“, einer Begegnungsstätte für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Die Mitarbeiter dieser Einrichtung hatten den Ausflug organisiert. Die Fahrt bis zum ersten Umstieg verging wie im Fluge. Einige nutzten die Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen, Lesen, Karten spielen oder für ein kleines Frühstück. Ich selbst kam mit meinem Sitznachbarn ins Gespräch und genoss den Ausblick aus dem Zugfenster auf die mehr und mehr mit Schnee bedeckte Landschaft. Auf diese Weise kamen wir in den Genuss der in meinen Augen offensichtlichen Vorteile des Reisens mit der Bahn. 9.45 Uhr trafen wir in Wernigerode ein.



Der Ausstieg aus dem Zug gestaltete sich interessant: Da sich ein Rollstuhlfahrer in unserer Gruppe befand, beobachteten alle gespannt die Technik und Funktionsweise der Hebebühne der Bahn. Danach fand sich unsere Gruppe zu einer kleinen Lagebesprechung zusammen, denn bis zur Weiterfahrt mit dem Bus nach Schierke, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung, blieb noch ein wenig Zeit. Einige nutzten diese für ein zweites Frühstück und eine Tasse Kaffee vom Bäcker im Bahnhofsgebäude. Außerdem stand eine Teilung unserer Gruppe bevor, da der Rollstuhlfahrer nebst Begleitperson mit der Brockenbahn unserem Tagesziel weiter entgegen streben musste. Auf dem Weg zum Busbahnhof gab sich aufgrund der klaren Sicht schon ein wunderschöner Blick auf den schneebedeckten Gipfel des Brockens frei. Dann begann die halbstündige Busfahrt nach Schierke. Mit jedem Höhenmeter nahm die Schneemenge zu, der Blick aus dem Busfenster ließ schon etwas von der Schönheit des Waldes im Hinblick auf unsere Wanderung durch den Nationalpark erahnen. Nach der Ankunft mit dem Bus in Schierke ging es per pedes weiter. Nach einer kurzen Orientierung auf der Wanderkarte und Ausschau nach dem entsprechenden Wanderweg stiefelten wir los in den Nationalpark Oberharz. Der Aufstieg auf den Brocken konnte beginnen. Es galt immerhin eine Streckenlänge von 7,5 km und einen Höhenunterschied von fast 400 m zu bewältigen.



Frohen Mutes und voller Elan, unser Ziel vor Augen, mussten wir noch einen Teil des Ortes durchqueren. Vorbei an mehreren kleinen Gasthäusern, Cafés und Pensionen liefen wir die Hauptstraße entlang. Endlich gelangten wir in den Wald. „Einfach traumhaft, oder?“, rief jemand aus der Gruppe. Es eröffnete sich uns eine Welt der Stille und Ruhe, der sich unter der Last des Schnees biegenden Äste, der Nadelbäume und einer Luft, frei der von uns Städtern schon gar nicht mehr wahrgenommenen Abgase. Eben einfach „traumhaft“. [...]

Vor 175 Jahren dampfte der „Adler“ von Nürnberg nach Fürth

Vor 175 Jahren dampfte der „Adler“ von Nürnberg nach Fürth

Ein Engländer auf dem Führerstand der ersten deutschen Eisenbahn

altVor 175 Jahren, im Herbst 1835, befand sich eine schwere Ladung auf der Seereise von England nach Deutschland. Absender war die englische Maschinenbauanstalt in Darlington. Die Kleinstadt nahe der schottischen Grenze wird bis heute in engem Zusammenhang mit der Geburtsstunde der Eisenbahn genannt. Hier hatte der englische Ingenieur George Stephenson die erste Dampflokomotive „Adler“ gebaut, die seit 1824 auf der Eisenbahnstrecke zwischen Stockton und Darlington als erste öffentliche Eisenbahn der Welt Personen beförderte.



Auch für die aufstrebende deutsche Industrie war dieses neue Beförderungsmittel hochinteressant und so ging der Bau der ersten deutschen Eisenbahn auf eine Initiative der Nürnberger „Allgemeinen Handlungszeitung“ zurück. Der Verleger Johann Carl Leuchs startete am 2. Januar 1833 einen „Aufruf zur Gründung einer AG für den Bau einer Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth“. Bereits im Mai desselben Jahres luden Nürnbergs Bürgermeister Jakob Friedrich Binder und Vertreter des Handelsvorstands zu ersten Vorgesprächen ein.
Am 18. November 1833 wurde dann die „Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft-Nürnberg“ gegründet und 207 wagemutige Aktionäre gingen schließlich das Risiko ein. Man entschied sich für die sechs km lange Strecke zwischen Nürnberg und Fürth, denn hier konnte man sich von vornherein eines starken Personenverkehrs sicher sein. Außerdem hatte man hier bereits 1801 eine Land- Chaussee als schnurgerade Verbindung zwischen Nürnberg und Fürth angelegt, die jetzt genutzt werden konnte.



Im Juli 1834 begann man mit den Planungs- und Vermessungsarbeiten, sodass im Mai 1835 der erste Spatenstich für die Bauarbeiten erfolgen konnte. Zunächst wurden die Schienen auf Sandsteinblöcken oder auf Holzschwellen verlegt.
Doch noch fehlte das Wesentlichste: eine Lokomotive. In Deutschland gab es noch keinen Hersteller, der den Bau einer funktionsfähigen Lokomotive garantieren konnte. Deshalb wurde der Auftrag nach England, an den erfolgreichsten Eisenbahnbauer vergeben: an George Stephenson. Für 13.000 Gulden erwarb die Gesellschaft von ihm eine Lokomotive mit Tender und zwei Wagen. [...]

Dem Leben mehr Tage schenken

Dem Leben mehr Tage schenken

Ein Besuch im Kinderhospiz „Bärenherz“ in Leipzig

altDas Gefühl der Bedrückung und Irritation, das ich in mir trug, als ich den weiträumigen, modernen, lichten Flachbau im Kees’schen Park in Markkleeberg zum ersten Mal betrat, verlor sich schnell. Die Stille des Hauses, die Zweckmäßigkeit der Räume, die Freundlichkeit und Kompetenz der Mitarbeiter der Einrichtung, schließlich auch die Schönheit der umliegenden Parklandschaft vermittelten mir sehr schnell: Hier finden in einer besonderen und schweren Lebenssituation kleine Patienten wie auch deren Eltern und Geschwisterkinder Ruhe und Zuwendung.



Es sind schwerstmehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren, die im Kinderhospiz „Bärenherz“ Leipzig zumeist aus dem Einzugsgebiet Mitteldeutschland Aufnahme und professionelle medizinische Hilfe erfahren. Anders als im Erwachsenenbereich handelt es sich dabei nicht allein um die Betreuung der kleinen Patienten in deren letzten Lebenstagen. Vielmehr steht das Haus offen – so fern es so gewünscht wird – für einen zeitweiligen, auch längeren Aufenthalt der schwerkranken Jungen und Mädchen. Denn aufopferungsvoll und belastend ist die Pflege und Betreuung der Kinder mit oftmals eingeschränktem Wahrnehmungsvermögen im häuslichen Bereich. Die Kraft, die die pflegenden Familienmitglieder – zumeist sind es die Mütter – hierfür aufbringen müssen, übersteigt oftmals das eigene Leistungsvermögen. Auch die Geschwisterkinder müssen sich dieser speziellen Lebensbelastung stellen. Nur mit allergrößter Hochachtung ist die Liebe, Zuwendung und Kraft zu würdigen, die die betroffenen Familien bei der Pflege und Betreuung eines schwererkrankten Kindes oder Jugendlichen mit begrenzter Lebenszeit zu leisten haben. Ihnen gebührt gesellschaftliche Fürsorge und Hilfe.



Sie nicht allein zu lassen, ihnen Zeiten des Zuspruchs, der Erholung und Besinnung zu geben und auch die Geschwisterkinder in diese spezielle Betreuung einzubeziehen, ist Anliegen des Kinderhospizes „Bärenherz e.V.“ in Leipzig. Selbstverständlich geht es vorrangig um die kleinen Patienten selbst. Denn auch besonders reife, geistig normal entwickelte Kinder, die im Kinderhospiz Aufnahme gefunden haben, sind professionell und einfühlsam zu betreuen. Sie sind sich oftmals durchaus bewusst, dass ihr Leben bald nicht mehr sein wird. Das verlangt eine spezielle, ehrliche, liebevolle Zuwendung – auch psychologische Schulung. 23 Mitarbeiter des Hospizes (Teilzeitbeschäftigte eingeschlossen) – in der Mehrheit ausgebildete Kinderkrankenschwestern aber auch Psychologen, Musiktherapeuten und Sozialarbeiter sind für die Patienten da. Die ärztliche Betreuung liegt in den Händen von zwei Palliativmedizinern. Ehrenamtliche Helfer ermöglichen zudem, die Betreuung und Fürsorge der
schwerstkranken Kinder und Jugendlichen höchst effektiv zu machen. Denn neben dem stationären gibt es auch den ambulanten Kinderhospizdienst im häuslichen Umfeld des kranken Kindes oder Jugendlichen. [...]

Lebwohl, 2010!

Titelthema: Lebwohl, 2010!

altKürzungen und Kontroversen – ein Rückblick auf 2010

Das Jahr der Katastrophen: Ob auf Haiti, Island, im Golf von Mexiko, in Pakistan, Russland, Chile, Duisburg oder Ungarn – das Schicksal der betroffenen Menschen und Landschaften hielt uns in den vergangenen Monaten in Atem.
Das Jahr der Rücktritte: Zahlreiche deutsche Politiker und andere Würdenträger, wie Margot Käßmann, Horst Köhler, Roland Koch und Oskar Lafontaine, überraschten uns mit ihrem Rückzug.
Das Jahr des gemeinsamen Jubiläums: Im ganzen Land wurde an die Wiedervereinigung vor 20 Jahren erinnert – begleitet von viel Freude, aber auch von so manchem Frust.
Neben diesen globalen und politisch prägnanten Themen waren die vergangenen zwölf Monate zudem durch soziale Entwicklungen geprägt, die uns als Redaktion der Leipziger Straßenzeitung KiPPE vorrangig interessieren. In einem kurzen Jahresrückblick haben wir Ihnen einige Schlaglichter zusammengestellt.




Ruhe oder noch ein Sturm?

Man könnte meinen, die Finanzkrise, die das Jahr 2009 in vielen Bereichen stark beeinflusst hat, sei überwunden worden: Die Wirtschaft erholt sich – hierzulande sogar stärker als erhofft. Nach Angaben der Bundesregierung sinken die Arbeitslosenzahlen und die Banken können ihren Managern wieder üppige Gehälter und Boni bezahlen. Fast scheint es so, als sei alles wieder in der „guten“ alten Ordnung? Auf der anderen Seite bereiten die massiven, während der Finanzkrise noch deutlich aufgestockten Staatsverschuldungen in ganz Europa den Ökonomen große Sorgen. Was wäre, wenn die Fast-Staatspleite in Griechenland im vergangenen Jahr kein Einzelfall bleibt? Empörend mag für viele BürgerInnen sein, dass die europäischen Regierungen bisher kaum Sanktionen gegen die Verursacher der Krise durchsetzen konnten. Stattdessen werden weiterhin Finanzlöcher bei schlingernden Unternehmen und Volkswirtschaften gestopft und Profitmöglichkeiten für deren Führungskräfte geschaffen. Der hohen Staatsverschuldung hierzulande soll mit einem Sparpaket begegnet werden, das in den kommenden vier Jahren 80 Mrd. Euro Verbindlichkeiten abbauen soll und das Kritiker für sozial unausgewogen halten: Es beinhaltet u. a. Einbußen für Hartz-IV-Empfänger, eine neue Luftverkehrssteuer und eine Verkleinerung der Bundeswehr. Eine Bankensteuer soll erst 2012 kommen, falls es zuvor in Europa oder weltweit keine andere Lösung gibt. [...]

Gesund bewegt!

Titelthema: Gesund bewegt!

altFit bleiben, Sport treiben!
Wer rastet, der rostet, besagt eine alte Volksweisheit. Deshalb wollen wir Sie mit dem Titelthema dieser Ausgabe dazu ermuntern, in Bewegung zu bleiben und Sport zu treiben. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken! Die Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen, sind heute nahezu unerschöpflich. Wir stellen Ihnen ein Beispiel vor: Der Sport- und Bewegungstherapeut Moritz Mende gibt einen Einblick in seinen Fachbereich, den Gesundheitssport und hält Tipps bereit, auf welchen Wegen und zu welchen Konditionen man Gesundheitssport am besten betreiben kann. Um etwas für die eigene Fitness und Gesundheit zu tun, muss man ihn häufig überwinden, den „Inneren Schweinehund“. Deshalb haben wir Argumente für Sie gesammelt, wie Sie ihn bezwingen können. In einem weiteren Beitrag zeigen wir, welche Wirkungen Sport haben kann, indem wir von den Deutschen Meisterschaften im Straßenfußball der Wohnungslosen berichten, bei denen auch eine Leipziger Mannschaft nicht nur sportliche Erfolge für sich verbuchen konnte.
Da Sport ein schier unerschöpfliches Thema ist, werden wir es zukünftig in unregelmäßigen Abständen immer einmal wieder aufgreifen, denn auch wir wollen nicht rosten.





Unter Gesundheitssport werden alle sportlichen Aktivitäten verstanden, die dem Erhalt, der Verbesserung und/oder der Wiederherstellung der Gesundheit dienen. Damit ist diese Form der Bewegung ein wichtiges Instrument der Therapie, Rehabilitation und der Prävention. Sportliche Betätigung, Sporttherapie und Bewegungstherapie als Prävention stellen neben der Akutbehandlung, der Rehabilitation und der Pflege die vierte Säule des Gesundheitswesens.
Sportliche Aktivität gilt seit der Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation von 1986 als eine zentrale Säule der öffentlichen Gesundheitsförderung. Dabei ist der „Gesundheitssport“ sowie die „Gesundheitsförderung durch Sport“ von anderen Formen des Sports vor allem durch seine Zielsetzung, ganzheitlichen Prinzipien sowie den damit zusammenhängenden Bedingungen der Durchführung abzugrenzen. [...]