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Vorhang auf!

Vorhang auf!

Was bringen Leipziger Theaterhäuser 2011/12 auf ihre Bühnen?

alt[...] LOFFT
Das LOFFT als Produktions- und Spielstätte für freie darstellende Kunst bietet in jeder Spielzeit Grenzgänge in Sachen Tanz, Theater und Performance. So hält es auch in der kommenden Theatersaison spannende Produktionen bereit. Schon am 25. August feierte „Magic Valley“ von und mit Maya Lipsker Premiere, das die Wahrnehmung von anderen Realitäten tänzerisch erforscht. Ein Stück über Tänzer, die den Absprung verpasst haben, hat am 9. September Premiere: In „Forever Young“ reflektieren Yoshiko Waki, 46, und Thomas Langkau, 53, das Altern von Tänzern aus eigenen Erfahrungen heraus.
Vom 17. bis 24. September findet im LOFFT das Festival für zeitgenössische darstellende Kunst „OFF Europa“ statt. Die 20. Ausgabe desselben macht die in Mitteleuropa üblicherweise wenig beachteten Länder Albanien und Kosovo zum Objekt intensiver theatraler Recherchen.
Im Oktober gibt es die Premiere von „Benimm dich!“ der Leipziger „compagnie mintrot und schwarz“. Das Tanzstück setzt sich mit Benimmregeln und deren Brechung auseinander. Im selben Monat kommt hier Maria Cabrera Riveros Theater-Performance-Show „Ich wollte schon immer eine chica Almodovar sein“ auf die Bühne, in der die Biografie der Regisseurin anhand von Motiven und Frauenbilder der Almodovar-Filme rekonstruiert und untersucht wird. Im November schließlich steht die Premiere von „HELP! Oder wie wir einmal fast berühmt wurden“ an. Ausgehend von einer wahren, hochpeinlichen Geschichte geben vier Schwestern blamable und schreckliche Erinnerungen aus ihrem Leben wieder. Frei nach Beckett: Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better! Die letzte Premiere 2011 wird der „Ameisenreport“ von Scharpff & Konsorten sein, der sich mit dem prekären Wandel unserer Arbeitsgesellschaft auseinandersetzt.



CAMMERSPIELE
Die Cammerspiele eröffnen die Spielzeit getreu ihrer Maßgabe, ein Theater zu sein, bei dem man immer „ganz nah dran“ ist, mit einer Improvisationstheatershow der Gruppe „VierVolt“ am 16. September. Die Dramaturgie des Abends wird hier allein durch das Publikum bestimmt werden. Des Weiteren ist Ian McEwans Buch „Der Zementgarten“ als Bühnenadaption geplant und „Rausch“ von August Strindberg, „The Lost World“ von Sherlock-Holmes-Autor A. C. Doyle sowie Schillers „Wilhelm Tell“ als Rockoper. Voraussichtlich wird auch wieder in drei New-Cammer-Stücken Regisseuren die Möglichkeit gegeben, ihre erste abendfüllende Inszenierung auf die Bühne zu bringen. Weiterhin wird es eine monatliche Improvisations-Show, ein Jugendtheater-, ein Weihnachts- und ein Sommertheaterstück sowie diverse Gastspiel-Auftritte geben. Langweilig wird es hier 2011/12 also bestimmt nicht!



KRYSTALLPALAST VARIETÉ
Die neue Saison im Krystallpalast begann schon am 24. August mit der Premiere der „Revue de Crystalle“, die den Glanz und Glamour legendärer Revuen in das Leipziger Varieté holt. Gastspiele präsentieren am 27. September mit „Best of Broadway“ einen Querschnitt weltweiter Musicalerfolge und am 7. November eine Hommage an die Chansonette Edith Piaf. Ab 2. November 2011 geht es dann im Krystallpalast passend zur Jahreszeit mit dem gleichnamigen winterlichen Varietéabend „Märchenhaft“ zu, Grimms Märchen werden dann neu „varietiert“.

Stadt der Ausflüge

Titelthema: Stadt der Ausflüge

altLandschaften für jeden Anlass - Was Leipzig für Ausflug, Freizeit und Erholung attraktiv macht

In unserem dritten großen Titelthema zu Freizeit-Attraktionen haben wir nach Karl-Heine-Kanal und Gondwanaland in dieser Ausgabe die Ausflugs- und Erholungslandschaft in den Mittelpunkt gerückt. Damit rundet sich unsere diesjährige Freizeit-Reise ab.
Allen drei Leipziger Attraktionen gemeinsam: Bedeutende Investitionen sind in diesem Jahr in Angriff genommen bzw. abgeschlossen und der Öffentlichkeit übergeben worden. Nochmal zur Erinnerung: Beim Karl-Heine-Kanal ist es der Durchstich zum Lindenauer Hafen und bei Gondwanaland im Zoo war es die Eröffnung am vergangenen 1. Juli. Diesmal nun bietet die Übergabe des neu gebauten Connewitzer Wehres mit Schleuse und Pier endlich die Gelegenheit, von der Innenstadt aus durch den Auwald bis in die neue Seenlandschaft zu schippern (diesem Thema ist am Ende ein eigenes Kapitel gewidmet).




Wasser-, Wald- und Gartenstadt
Leipzig – das sind nicht nur Messen, Musen und Medien. Stadt und Umland sind auch Erholungs- und Ausflugslandschaft. Leipzig ist eine grüne Stadt. Es besitzt das größte innerstädtische Auwaldgebiet Europas. Leipzig ist Wasserstadt geworden, Flüsse und Gräben kamen und kommen wieder ans Tageslicht, aus Tagebauen am Stadtrand wurden Seen. Leipzig war immer eine Gartenstadt. Fast 280 Kleingartenvereine verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet und machen rund 30 Prozent von Leipzigs grüner Lunge aus.


Apropos Garten: Dass Leipzig Geburtsund „Hauptstadt“ der Kleingartenbewegung ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Doch schon weit vorher war die Stadt berühmt für ihre barocken Bürgergärten, die wie ein Kranz die historische Innenstadt umgaben. Doch im 19. Jahrhundert wurden alle diese Flanieranlagen überbaut, weil die rasch wachsende Stadt aus den Nähten zu platzen drohte. Heute erinnern an die einst prachtvollen Gärten z. B. im Kolonnadenstraßenviertel nur noch die fächerförmige Struktur der Bebauung mit „Apels Garten“ oder Linckes Gartenhaus unweit der Sternwartenstraße. Letzteres ist das einzige noch erhalten gebliebene Objekt dieser Epoche in Leipzig. Man muss schon genau hinschauen, um es zu finden.


Connewitzer Zauberwald, Erlebnisachse am Cospudener See, Belantis, Rosental, Wildpark, Fockeberg, Schlohbachs Hof, Elsterflutbett, Schlosspark Lützschena mit Auwaldstation oder Parkeisenbahn sind nur einige der beliebten Stätten, die für eine abwechslungsreiche Freizeit- und Erholungslandschaft mit entsprechenden Angeboten für Alt und Jung, für Groß und Klein stehen. [...]

Zivilcourage zeigen, aber wie?

Zivilcourage zeigen, aber wie?

Hinweise für engagiertes Handeln zum Schutz von Mitmenschen

altSeit 15 Jahren bietet unser Verkäufer Steffen S. nun schon die Straßenzeitung KiPPE in der Leipziger Innenstadt an. Sein Stammverkaufsplatz ist die Petersstraße, Ecke Preußergässchen. Jeder kann sich sicherlich vorstellen, dass er in dieser Zeit viel erlebt hat. Leider waren seine Erfahrungen mit Passanten nicht immer nur positiv.


Das jüngste Beispiel ist besonders extrem: Ein paar Jugendliche, die zuvor bereits einen Straßenmusiker bestohlen und einen Bratwurstverkäufer aufgezogen hatten, bespuckten, traten und schlugen Steffen S. Leider kein Einzelfall: In der Vergangenheit wurden ihm schon häufiger von Unbekannten die Zeitungen aus der Hand geschlagen oder seine Mütze vom Kopf gerissen. Nicht selten wird er angerempelt oder beleidigt. Übergriffe wie diese hätten laut Steffen S. in den letzten Jahren sogar zugenommen, selbst Ältere ließen sich mitunter zu solchen Aggressionen gegen den KiPPE-Verkäufer hinreißen.


„Das Schlimmste daran ist jedoch, dass die Leute, die solche Szenen beobachten, in der Regel einfach weg sehen und nichts tun, obwohl jeder heute ein Handy hat und die Polizei verständigen oder einfach etwas sagen könnte“, erzählt Steffen S. enttäuscht. Dies könne man durchaus von den Passanten erwarten, meint der Verkäufer, schließlich sei er auch immer freundlich und aufmerksam seinen Mitmenschen gegenüber. Immerhin haben ihm im aktuellsten Fall die Mitarbeiterinnen in einer Bäckerei geholfen, indem sie die Angreifer hinaus geschickt hätten, so dass sich Steffen S. erst einmal erholen und in Ruhe einen Kaffee trinken konnte.


Zivilcourage ist das Schlagwort in Konfliktsituationen wie diesen. Das bedeutet, dass jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten helfen kann! Natürlich bleibt bei aller Vorsicht immer ein gewisses Risiko bestehen, in den Konflikt einbezogen zu werden, und es gehört Mut dazu, sich diesem zu stellen: Aber ist es nicht unsere Pflicht, unseren Mitmenschen beizustehen? Und würden wir uns das nicht auch wünschen, wenn wir in einer misslichen Lage wären? Diese Fragen können nur mit ja beantwortet werden! Wenn bestimmte Regeln befolgt werden, lässt sich das Risiko beim Zeigen von Zivilcourage reduzieren. Im Folgenden haben wir Ihnen sechs Hinweise aufgelistet, wie sie diesbezüglich von der Polizei empfohlen werden: [...]

20 Jahre Wave-Gotik-Treffen

20 Jahre Wave-Gotik-Treffen

Impressionen vom „schwarzen“ Treiben an vier Tagen

altDas 20. Leipziger Wave-Gotik-Treffen (WGT) konnte in diesem Jahr wieder mit beeindruckenden Zahlen und Fakten aufwarten. Vom 10. bis 13. Mai 2011 besuchten etwa 20 000 Gäste das Festival und über 240 Bands und Künstler traten auf. Darüber hinaus waren Vielfalt und Bandbreite des dargebotenen Programms, welches Lesungen, klassische Konzerte, Film- und Theatervorführungen umfasste, überwältigend.



Das jährlich zu Pfingsten stattfindende Festival hat sich über die letzten zwei Jahrzehnte zu dem internationalen Treffen der Wave-Gotik-Szene in Europa etabliert. Die Vielfalt des „schwarzen Treibens“, welches sich den Besuchern an den wichtigsten Veranstaltungsorten – dem agra-Gelände, dem „Heidnischen Dorf“ in Dölitz, dem Mittelaltermarkt in der Moritzbastei und dem Clara-Zetkin-Park – darbieten sollte, stellte mich in meiner Rolle als Journalist vor die schwierige Aufgabe der Auswahl der Ereignisse, die ich besuchen, und über die ich berichten wollte.



Am Freitag, dem offiziellen ersten Tag des Festivals, begab ich mich am Nachmittag in den Clara-Zetkin-Park, zu dem von der Belgierin Viona Ielegems organisierten Viktorianischen Picknick. Als ich auf der großen Wiese vor dem Musikpavillon eintraf, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich fühlte mich wahrlich in eine Welt von vor 100 Jahren und mehr zurückversetzt, wäre da nicht das Heer von professionellen Fotografen, die Schar von neugierigen Leipzigern mit ihren Digitalkameras und das Wummern der Bässe eines auf der benachbarten Leipziger Parkbühne stattfindenden Konzerts gewesen. Ganze Familien, Gruppen und einzelne Personen saßen in fantasievollen, bis ins kleinste Detail aufwendig gestalteten, z. T. selbst geschneiderten Kostümen auf ihren mitgebrachten Decken mit Körben, gefüllt mit Köstlichkeiten aller Art, und picknickten friedlich. Die Wege um die Wiese herum wurden zum „Catwalk“ für Szeneschönheiten, die sich bereitwillig für die Profifotografen der einschlägigen Szenemagazine in Pose setzten. Insgesamt bot sich mir ein beeindruckendes Schaupiel, was wiederum die Vielfalt und Fantasie dieser heterogenen Szene zeigte.
Am späten Samstagnachmittag besuchte ich ein klassisches Konzert in der Peterskirche: „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms, aufgeführt von der engagierten STÜBA-Philharmonie aus Thüringen und dem Ensemble „Wilde Jagd“. Die Darbietung des Orchesters in Verbindung mit der hervorragenden Akustik des Veranstaltungsortes wurde durch das Publikum mit ausgiebigem Beifall belohnt.  [...]

Gondwanaland ruft

Titelthema: Gondwanaland ruft

altDrei Kontinente vor der Haustür - Große Tropenerlebniswelt Gondwanaland steht vor der Eröffnung

Gemächlich gleitet das Boot auf dem schmalen Flusslauf dahin. Zu beiden Seiten herrscht fast undurchdringliches Dickicht, aus dem Vogel- und Insektenrufe in allen Tönen erschallen. Es zwitschert, zirpt, pfeift, gellt und kreischt. Die Luft ist feucht und schweißtreibend. Auf riesigen Blättern sammeln sich Tropfen. Träge hängt ein Zweifinger-Faultier in den Ästen und wendet im Zeitlupentempo seinen Kopf zu den Fremdlingen. Schmetterlinge in den schillerndsten Farben und groß wie Handteller, torkeln über die Köpfe hinweg. Die kleine Expedition schaut den Exoten nach oben hinterher – und erblickt einen Himmel hinter Folie…



Willkommen im Gondwanaland, im Land der Illusionen, Attraktionen und Reflexionen. Bildung und Unterhaltung in tropischer Atmosphäre, wobei die Reise durch Asien, Afrika und Südamerika geht. Bis es soweit ist, Momente wie eingangs gesponnen erleben zu können, vergehen nur noch wenige Wochen. Am 1. Juli ist es dann soweit: Großer Bahnhof zur Eröffnung des Gondwanalandes, des überdachten Dschungels inmitten der Stadt.


Alte Fabrik musste weichen
Mit einem dumpfen Krachen ging am 26. Februar 2007 punkt 8 Uhr an der Pfaffendorfer Straße hier ein Stück Industriegeschichte zu Ende: Orsta-Hydraulik verschwand. Das Spektakel der Fabriksprengung ließen sich trotz der frühen, kalten Morgenstunden viele Leipziger nicht entgehen, Fernseh- und Kameraleute waren dabei.


Viel Auflauf gab es in den folgenden Monaten und Jahren an gleicher Stelle dann immer wieder, beginnend mit dem ersten Spatenstich am 28. November 2007. Denn nun war Platz, etwas Neues und Einmaliges zu schaffen. Weitere Abschnitte folgten: Baubeginn im März 2008, Richtfest am 30. Oktober 2009 und Beginn des Innenausbaus im Juni 2010.


Nach nun dreieinhalbjähriger Bauzeit ist der Zoo Leipzig mit Gondwanaland um eine Attraktion reicher, die ohne Zweifel das neue Zugpferd des Zoos ist. Vielleicht sogar für ganz Leipzig. Ein neues Wahrzeichen ist es allemal: Wer zum Beispiel auf der Aussichtsterrasse des City-Hochhauses steht und gen Rosental blickt, dem fällt zwischen dem Häusermeer sofort die helle, flache Kuppel auf, die mit etwas Fantasie an den Panzer einer riesigen Schildkröte erinnert. [...]