logo2016

Lebwohl, 2010!

Titelthema: Lebwohl, 2010!

altKürzungen und Kontroversen – ein Rückblick auf 2010

Das Jahr der Katastrophen: Ob auf Haiti, Island, im Golf von Mexiko, in Pakistan, Russland, Chile, Duisburg oder Ungarn – das Schicksal der betroffenen Menschen und Landschaften hielt uns in den vergangenen Monaten in Atem.
Das Jahr der Rücktritte: Zahlreiche deutsche Politiker und andere Würdenträger, wie Margot Käßmann, Horst Köhler, Roland Koch und Oskar Lafontaine, überraschten uns mit ihrem Rückzug.
Das Jahr des gemeinsamen Jubiläums: Im ganzen Land wurde an die Wiedervereinigung vor 20 Jahren erinnert – begleitet von viel Freude, aber auch von so manchem Frust.
Neben diesen globalen und politisch prägnanten Themen waren die vergangenen zwölf Monate zudem durch soziale Entwicklungen geprägt, die uns als Redaktion der Leipziger Straßenzeitung KiPPE vorrangig interessieren. In einem kurzen Jahresrückblick haben wir Ihnen einige Schlaglichter zusammengestellt.




Ruhe oder noch ein Sturm?

Man könnte meinen, die Finanzkrise, die das Jahr 2009 in vielen Bereichen stark beeinflusst hat, sei überwunden worden: Die Wirtschaft erholt sich – hierzulande sogar stärker als erhofft. Nach Angaben der Bundesregierung sinken die Arbeitslosenzahlen und die Banken können ihren Managern wieder üppige Gehälter und Boni bezahlen. Fast scheint es so, als sei alles wieder in der „guten“ alten Ordnung? Auf der anderen Seite bereiten die massiven, während der Finanzkrise noch deutlich aufgestockten Staatsverschuldungen in ganz Europa den Ökonomen große Sorgen. Was wäre, wenn die Fast-Staatspleite in Griechenland im vergangenen Jahr kein Einzelfall bleibt? Empörend mag für viele BürgerInnen sein, dass die europäischen Regierungen bisher kaum Sanktionen gegen die Verursacher der Krise durchsetzen konnten. Stattdessen werden weiterhin Finanzlöcher bei schlingernden Unternehmen und Volkswirtschaften gestopft und Profitmöglichkeiten für deren Führungskräfte geschaffen. Der hohen Staatsverschuldung hierzulande soll mit einem Sparpaket begegnet werden, das in den kommenden vier Jahren 80 Mrd. Euro Verbindlichkeiten abbauen soll und das Kritiker für sozial unausgewogen halten: Es beinhaltet u. a. Einbußen für Hartz-IV-Empfänger, eine neue Luftverkehrssteuer und eine Verkleinerung der Bundeswehr. Eine Bankensteuer soll erst 2012 kommen, falls es zuvor in Europa oder weltweit keine andere Lösung gibt. [...]