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Neulich im Auenwald

Neulich im Auenwald

Brücken oder von Oikonymen und Makrotoponymen

Foto: Franziska Reif
Auf unsere Aue können wir stolz sein: Geprägt durch eine Vielzahl von Gewässern siedelten sich hier in ungeheurer Vielfalt Pflanzen und Tiere an. Der fruchtbare Boden war auch für den Menschen attraktiv, welcher in der Aue fischte und jagte, Mühlen baute, Leder gerbte und die Wasserwege zur Flößerei nutzte. Durch den Menschen wurden nicht nur die Gewässer verändert, umgeleitet oder zugebuddelt, sondern auch Flora und Fauna. Hinzu kommt, dass es seit über 50 Jahren keine großflächige Überschwemmung mehr gab und viele Teile der Aue austrockneten, was Arten vertrieb, die Wasser oder Feuchtigkeit mögen.







Dennoch hat Leipzig viele Gewässer. Wasser muss überquert werden und dementsprechend gibt es derzeit circa 480 Brücken im Auenwald- und Stadtgebiet. In der Vergangenheit waren diese nie imposante Megabrücken, sondern eher kleine aus Holz oder Stein, die bei Hochwasser auch gerne mal weggefegt wurden und neu errichtet werden mussten. Als es in Mode kam, sich einen barocken Park anzulegen, wurde die Leipziger Brückenlandschaft um einige Zierbrückchen erweitert. Vor der Industrialisierung wurden Brücken inklusive ihrer Namen von den Stadtoberen nicht mit besonderer Beachtung bedacht. Wichtiger wurden die Bauwerke erst mit zunehmender Nutzungsfrequenz und somit interessierten sich zuständigkeitshalber Ämter dafür, dass alles eine Ordnung und damit einen amtlichen Namen hat. […]

Auenwald

Neulich im Auenwald

Brücken oder von Oikonymen und Makrotoponymen

Auf unsere Aue können wir stolz sein: Geprägt durch eine Vielzahl von Gewässern siedelten sich hier in ungeheurer Vielfalt Pflanzen und Tiere an. Der fruchtbare Boden war auch für den Menschen attraktiv, welcher in der Aue fischte und jagte, Mühlen baute, Leder gerbte und die Wasserwege zur Flößerei nutzte. Durch den Menschen wurden nicht nur die Gewässer ver¬än-dert, umgeleitet oder zugebuddelt, sondern auch Flora und Fauna. Hinzu kommt, dass es seit über 50 Jahren keine großflächige Überschwemmung mehr gab und viele Teile der Aue aus-trockneten, was Arten vertrieb, die Wasser oder Feuchtigkeit mögen.



Dennoch hat Leipzig viele Gewässer. Wasser muss überquert werden und dementsprechend gibt es derzeit circa 480 Brücken im Auenwald- und Stadtgebiet. In der Vergangenheit waren diese nie imposante Megabrücken, sondern eher kleine aus Holz oder Stein, die bei Hochwas-ser auch gerne mal weggefegt wurden und neu errichtet werden mussten. Als es in Mode kam, sich einen barocken Park anzulegen, wurde die Leipziger Brückenlandschaft um einige Zier-brückchen erweitert. Vor der Industrialisierung wurden Brücken inklusive ihrer Namen von den Stadtoberen nicht mit besonderer Beachtung bedacht. Wichtiger wurden die Bauwerke erst mit zunehmender Nutzungsfrequenz und somit interessierten sich zuständigkeitshalber Ämter dafür, dass alles eine Ordnung und damit einen amtlichen Namen hat. […]

Alma Mater Lipsiensis

Alma Mater Lipsiensis

Geschichtliches zur Universität Leipzig

alt Seit nunmehr 600 Jahren prägt die Universität das Stadtbild und bürgerliche Selbstbewusstsein Leipzigs. Zahlreiche Persönlichkeiten lehrten und lernten an der Alma mater Lipsiensis, bevor sie ihren Weg in die Geschichtsbücher fanden. Ob Novalis oder Erich Kästner, ob Hans-Dietrich Genscher oder Angela Merkel. Sie alle waren und sind Teil einer bewegten universitären Entwicklung, die bis heute anhält und welche nachfolgend, wenn auch nur in Auszügen, beleuchtet werden soll.



Im Jahre 1348 gründete der böhmische König und spätere Kaiser Karl IV. nach dem Vorbild der Pariser „Sorbonne“ in Prag eine eigene Hochschule. An jener Karls-Universität studierten und unterrichteten Angehörige der verschiedensten landsmannschaftlichen Herkünfte, welche, in eine böhmische, sächsische, bayerische und polnische Gruppe unterteilt, gleichberechtigt an universitären Entscheidungsprozessen mitwirkten. Als jedoch die reformatorische Lehre des John Wyclif unter den böhmischen Gelehrten immer mehr Anhänger fand und ein Antrag, diese auch an der Universität zu verbreiten, 1403 von den ausländischen Professoren abgelehnt wurde, kam es zum Zerwürfnis. Eine wachsende Reformbewegung um den böhmischen Theologen Jan Hus, der den weltlichen Besitz der Kirche und die Autorität des Papstes anprangerte, bildete sich heraus und führte schließlich zur endgültigen Spaltung der Universitätsnationen. […]

Buchstadt Leipzig

Titelthema: Buchstadt Leipzig

Viel Geschichte, etwas Verklärung: Leipzig als Buchstadt

KiPPE Nr. 131
Der ehemalige Uni-Turm macht deutlich, welches Selbstbild Leipzig von sich hat: Sie ist eine Buchstadt. Und da ist ja auch Einiges dran, auch wenn man sagen muss, eine gehörige Portion Selbstinszenierung trägt dazu bei, weshalb das Image Züge eines Mythos trägt. Dabei bedarf es derlei Verklärungen gar nicht, denn die Geschichte der Stadt blickt auf eine lange Zeit des Büchermachens zurück, und auch heute ist hier vieles zu finden, was mit der schreibenden Zunft und lesenden Lust verbunden ist.






Relativ früh entstehen in der Stadt Druckereien. Mit einer astrologischen Wahrsageschrift wird 1481 das erste als solches gekennzeichnete Buch in Leipzig gedruckt. Druckwerke waren damals in der Überzahl religiöse Texte, Ablassbriefe und Kalender. Auch für das Buchwesen erwiesen sich die wertvollen Messeprivilegien als vorteilhaft. Und glaubt man Meyers Lexikon, dann fand die erste Buchmesse der Stadt bereits 1493, also nur rund 40 Jahre nach Gutenbergs Erfindung statt.



Groß kann sie noch nicht gewesen sein. Leipzigs günstige Lage als Kreuzungspunkt zweier großer Handelswege wirkte sich jedenfalls auch positiv auf die Entwicklung der schwarzen Kunst aus, wozu die Universität als Hort der Schriftkundigen beitrug. Mitte des 18. Jh. jedenfalls waren hier mehr als 50 Verlage angesiedelt und wurden auf der Ostermesse 200 Tsd. Bücher angeboten. [...]

Schwesterchen, komm, tanz mit mir!

Schwesterchen, komm, tanz mit mir!

Ein Nachmittag mit den Leipziger Klinikclowns 

Foto: Clowns & Clowns e.V.„Ach, die Clowns!" Eine ältere Dame im Rollstuhl hebt euphorisch die Arme zur Begrüßung und wirkt gleich etliche Jahre jünger. Wir sind im Pflegewohnstift „Am Thonberg" in Leipzig, das alle zwei Monate von den Leipziger Klinikclowns besucht wird. Heute sind der bodenständige Clown Wilma (Kerstin Harport) und der etwas wildere Clown Trulla (Anne Buntemann) vom Clowns und Clowns e.V. zu Gast. Roter Hut, schmucke Kittelschürze und ein üppiger Hintern, der noch immer die Weihnachtsente beherbergt sind Wilmas Markenzeichen. Trulla hingegen präsentiert sich in blauer Plusterhose, orangefarbener Kochmütze und goldener Perlenkette. Die obligatorische Clownsnase darf natürlich auch nicht fehlen und dann gibt es dort noch einen kleinen braunen Koffer, in dem sich wundersame Dinge verbergen. Denn dieses Mal dreht sich alles um das Thema Märchen.

Nun mag man sich fragen, was machen die Klinikclowns im Altersheim? Die Antwort ist recht einfach: Die Klinikclowns, eine Bewegung, die in den USA entstanden ist und Anfang der 90er Jahre nach Europa schwappte, haben es sich zur Aufgabe gemacht, mittels Clownerie die Genesung kranker Kinder zu fördern. Später übertrug man die Idee auch auf Senioren. [...]