Neulich im Auenwald
Brücken oder von Oikonymen und Makrotoponymen

Auf unsere Aue können wir stolz sein: Geprägt durch eine Vielzahl von Gewässern siedelten sich hier in ungeheurer Vielfalt Pflanzen und Tiere an. Der fruchtbare Boden war auch für den Menschen attraktiv, welcher in der Aue fischte und jagte, Mühlen baute, Leder gerbte und die Wasserwege zur Flößerei nutzte. Durch den Menschen wurden nicht nur die Gewässer verändert, umgeleitet oder zugebuddelt, sondern auch Flora und Fauna. Hinzu kommt, dass es seit über 50 Jahren keine großflächige Überschwemmung mehr gab und viele Teile der Aue austrockneten, was Arten vertrieb, die Wasser oder Feuchtigkeit mögen.
Dennoch hat Leipzig viele Gewässer. Wasser muss überquert werden und dementsprechend gibt es derzeit circa 480 Brücken im Auenwald- und Stadtgebiet. In der Vergangenheit waren diese nie imposante Megabrücken, sondern eher kleine aus Holz oder Stein, die bei Hochwasser auch gerne mal weggefegt wurden und neu errichtet werden mussten. Als es in Mode kam, sich einen barocken Park anzulegen, wurde die Leipziger Brückenlandschaft um einige Zierbrückchen erweitert. Vor der Industrialisierung wurden Brücken inklusive ihrer Namen von den Stadtoberen nicht mit besonderer Beachtung bedacht. Wichtiger wurden die Bauwerke erst mit zunehmender Nutzungsfrequenz und somit interessierten sich zuständigkeitshalber Ämter dafür, dass alles eine Ordnung und damit einen amtlichen Namen hat. […]

Seit nunmehr 600 Jahren prägt die Universität das Stadtbild und bürgerliche Selbstbewusstsein Leipzigs. Zahlreiche Persönlichkeiten lehrten und lernten an der Alma mater Lipsiensis, bevor sie ihren Weg in die Geschichtsbücher fanden. Ob Novalis oder Erich Kästner, ob Hans-Dietrich Genscher oder Angela Merkel. Sie alle waren und sind Teil einer bewegten universitären Entwicklung, die bis heute anhält und welche nachfolgend, wenn auch nur in Auszügen, beleuchtet werden soll.
„Ach, die Clowns!" Eine ältere Dame im Rollstuhl hebt euphorisch die Arme zur Begrüßung und wirkt gleich etliche Jahre jünger. Wir sind im Pflegewohnstift „Am Thonberg" in Leipzig, das alle zwei Monate von den Leipziger Klinikclowns besucht wird. Heute sind der bodenständige Clown Wilma (Kerstin Harport) und der etwas wildere Clown Trulla (Anne Buntemann) vom Clowns und Clowns e.V. zu Gast. Roter Hut, schmucke Kittelschürze und ein üppiger Hintern, der noch immer die Weihnachtsente beherbergt sind Wilmas Markenzeichen. Trulla hingegen präsentiert sich in blauer Plusterhose, orangefarbener Kochmütze und goldener Perlenkette. Die obligatorische Clownsnase darf natürlich auch nicht fehlen und dann gibt es dort noch einen kleinen braunen Koffer, in dem sich wundersame Dinge verbergen. Denn dieses Mal dreht sich alles um das Thema Märchen.