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Buchstadt Leipzig

Titelthema: Buchstadt Leipzig

Viel Geschichte, etwas Verklärung: Leipzig als Buchstadt

KiPPE Nr. 131
Der ehemalige Uni-Turm macht deutlich, welches Selbstbild Leipzig von sich hat: Sie ist eine Buchstadt. Und da ist ja auch Einiges dran, auch wenn man sagen muss, eine gehörige Portion Selbstinszenierung trägt dazu bei, weshalb das Image Züge eines Mythos trägt. Dabei bedarf es derlei Verklärungen gar nicht, denn die Geschichte der Stadt blickt auf eine lange Zeit des Büchermachens zurück, und auch heute ist hier vieles zu finden, was mit der schreibenden Zunft und lesenden Lust verbunden ist.






Relativ früh entstehen in der Stadt Druckereien. Mit einer astrologischen Wahrsageschrift wird 1481 das erste als solches gekennzeichnete Buch in Leipzig gedruckt. Druckwerke waren damals in der Überzahl religiöse Texte, Ablassbriefe und Kalender. Auch für das Buchwesen erwiesen sich die wertvollen Messeprivilegien als vorteilhaft. Und glaubt man Meyers Lexikon, dann fand die erste Buchmesse der Stadt bereits 1493, also nur rund 40 Jahre nach Gutenbergs Erfindung statt.



Groß kann sie noch nicht gewesen sein. Leipzigs günstige Lage als Kreuzungspunkt zweier großer Handelswege wirkte sich jedenfalls auch positiv auf die Entwicklung der schwarzen Kunst aus, wozu die Universität als Hort der Schriftkundigen beitrug. Mitte des 18. Jh. jedenfalls waren hier mehr als 50 Verlage angesiedelt und wurden auf der Ostermesse 200 Tsd. Bücher angeboten. [...]