Alma Mater Lipsiensis
Geschichtliches zur Universität Leipzig
Seit nunmehr 600 Jahren prägt die Universität das Stadtbild und bürgerliche Selbstbewusstsein Leipzigs. Zahlreiche Persönlichkeiten lehrten und lernten an der Alma mater Lipsiensis, bevor sie ihren Weg in die Geschichtsbücher fanden. Ob Novalis oder Erich Kästner, ob Hans-Dietrich Genscher oder Angela Merkel. Sie alle waren und sind Teil einer bewegten universitären Entwicklung, die bis heute anhält und welche nachfolgend, wenn auch nur in Auszügen, beleuchtet werden soll.
Im Jahre 1348 gründete der böhmische König und spätere Kaiser Karl IV. nach dem Vorbild der Pariser „Sorbonne“ in Prag eine eigene Hochschule. An jener Karls-Universität studierten und unterrichteten Angehörige der verschiedensten landsmannschaftlichen Herkünfte, welche, in eine böhmische, sächsische, bayerische und polnische Gruppe unterteilt, gleichberechtigt an universitären Entscheidungsprozessen mitwirkten. Als jedoch die reformatorische Lehre des John Wyclif unter den böhmischen Gelehrten immer mehr Anhänger fand und ein Antrag, diese auch an der Universität zu verbreiten, 1403 von den ausländischen Professoren abgelehnt wurde, kam es zum Zerwürfnis. Eine wachsende Reformbewegung um den böhmischen Theologen Jan Hus, der den weltlichen Besitz der Kirche und die Autorität des Papstes anprangerte, bildete sich heraus und führte schließlich zur endgültigen Spaltung der Universitätsnationen. […]
