Mystische Einsichten
Das Lob der Gelassenheit
Bedeutende MystikerInnen des Spätmittelalters wirkten auch im mitteldeutschen Raum. Das ist nicht nur historisch interessant, man kann auch von ihnen lernen. Vor allem eines: Gelassenheit.
Den Begriff Mystik verbinden wir heute mit geheimnisvoll, dunkel, okkult. Ursprünglich meinte das altgriechische Wort „auf die Mysterien bezogen“, betraf also die Initiationsfeiern in Athen. Philosophisch bedeutsam wurde es dann hinsichtlich eines tieferen Sinns von etwas, zum Beispiel der Welt. Mystische Lehren lassen sich in allen Kulturkreisen auch außerhalb der Religionen finden – sie brauchen keine Dogmen. Auf verschiedenen Wegen zielen sie darauf ab, das endliche, in die Welt eingebundene Leben mit dem Unendlichen eins werden zu lassen, menschliche Seele und Absolutes zu verbinden.
Für die christlichen Mystiker des Mittelalters bedeutete dies unmittelbar mit Gott eins zu sein. Von einer solchen innigen Begegnung berichtet Mechthild von Magdeburg. Um 1208 in der Umgebung Magdeburgs geboren, ist sie seit ihrem zwölften Lebensjahr von mystischen Erlebnissen ereilt worden. Sie entsagte ihrem bisherigen Leben, ging mit Anfang Zwanzig nach Magdeburg und schloss sich den Beginen an, einer Laienbewegung von Frauen. Bemerkenswert war, dass mit der Autodidaktin eine Frau theologische Schriften verfasste, was zunächst noch geduldet wurde. Ihre Erfahrungen der Einheit mit Christus beschrieb sie als eine Art Hochzeit, bei der sie den Heiland als Bräutigam in ihrer Seele aufnahm. Schließlich aber folgte sie dem Druck der Geistlichkeit und ging ins Kloster Helfta, wo sie um 1282 verstarb. Dieses bei Eisleben gelegene Zisterzienserinnenkloster war ein Zentrum der spätmittelalterlichen spirituellen Literatur. [...]

Die Sassimowitsch Fehlin’s Saturn Band
Ungewohnte Klänge aus Leipzig
Armut, heißt es wohl, ist keine Schande, aber es heißt nur so,
Die Gesellschaft kümmert sich um den Einzelnen nur in dem Maße, in dem er ihr etwas einbringt. Die Jungen wissen das. Ihre Angst in dem Augenblick, da sie in das soziale Leben eintreten, entspricht genau der Angst der Alten in dem Augenblick, da sie aus dem sozialen Leben ausgeschlossen werden. In der Zwischenzeit werden die Probleme durch die Routine verdeckt. Simone de Beauvoir: Das Alter