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Was wird im Alter?

Titelthema: Was wird im Alter?

Foto: Günter Havlena/PIXELIODie Gesellschaft kümmert sich um den Einzelnen nur in dem Maße, in dem er ihr etwas einbringt. Die Jungen wissen das. Ihre Angst in dem Augenblick, da sie in das soziale Leben eintreten, entspricht genau der Angst der Alten in dem Augenblick, da sie aus dem sozialen Leben ausgeschlossen werden. In der Zwischenzeit werden die Probleme durch die Routine verdeckt.       Simone de Beauvoir: Das Alter



Der Brief kam überraschend, noch verblüffender aber war sein Inhalt. Rund 43,- € werde ich (31) nach meinem jetzigen Einzahlungsstand im Alter bekommen, teilte mir die Rentenin-formation jüngst mit. Na, das sind ja rosige Aussichten. Von Ruhegenuss, wie die Rente in Österreich heißt, kann da keine Rede sein. Wie soll man sich so auf einen zweiten Frühling am Lebensabend freuen? Kann man überhaupt fröhlich auf das kommende Alter blicken? Und ab wann ist man überhaupt alt? Alter wie Jugend sind keine festen Größen. Was heutzutage als „alt“ (60+) und „hoch betagt“ (80+) gilt, sind Lebensalter, die in früheren Gesellschaften nur in Ausnahmefällen vorkamen – Methusalem lässt grüßen. Alter ist in diesem Sinne also sehr jung. Es stellt ein falsches Verständnis von Alter dar, wenn man dies mit Krankheit gleich-setzt. Natürlich können mit dem Prozess des Alterns verschiedene Gebrechen und Ein-schränkungen verbunden sein. Diesen gilt es medizinisch und durch Vorbeuge zu begegnen. Mit dem Alter an sich sind diese aber nicht automatisch verbunden. […]