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Hausverbote für KiPPE-Verkaufende

Ende Februar erfuhren wir zunächst über Instagram von autorisierten und nicht autorisierten KiPPE-Verkäufern, die in der Südvorstadt aggressiv auftraten. Und von einem Hausverbot, das im Killywilly und anderen gastronomischen Einrichtung eines Leipziger Gastronomens über Aushänge kommuniziert wurde. Ein LVZ-Beitrag mit dem Titel „Hausverbot für ‚Kippe’-Verkäufer in Kneipen” folgte am 7. März 2026. Wie gehen wir damit um?

Text: Sandy Feldbacher & Foto: Diana Richter

Wenn Gäste oder Mitarbeitende in Lokalen oder Läden bedrängt oder beleidigt werden, verstößt das ganz klar gegen unsere Verkaufsregeln und ist nicht akzeptabel. In dem Fall sanktionieren wir die entsprechenden Verkaufenden und schließen sie bei mehrfachen Verstößen permanent von der Heft-Ausgabe aus. Wer sich nicht an unsere Regeln hält, bekommt von uns keine Magazine. Dabei müssen wir vorher natürlich prüfen, wer genau Probleme verursacht hat. Hierfür sind wir ein Stück weit auf Hinweise, Informationen und die Kooperation mit Betroffenen oder Gastronom* innen angewiesen. Im aktuellen Fall wurde uns all dies nicht gewährt, sondern direkt ein generelles Hausverbot ausgesprochen. Leider fällt damit das Verhalten Einzelner unfairerweise auf alle KiPPE-Verkaufer*innen zurück. [...]

Was ist das Hilfesignal?

Das Hilfesignal ist eine Handbewegung, die in Notsituationen verwendet wird. Es ist ein stilles Signal, mit dem ein Mensch zeigt, dass er Hilfe braucht, ohne sprechen zu müssen. Es wird genutzt, wenn die betroffene Person nicht offen um Hilfe bitten kann.

Text & Illustration: Anouk Zeiger

Wie sieht das Hilfesignal aus?

Die Hand wird offen nach vorn gehalten. Danach wird der Daumen in die Handfläche gelegt. Anschließend werden die Finger geschlossen, sodass sich eine Faust bildet.

Woher kommt das Hilfesignal?

Das Hilfesignal wurde am 14. April 2020 von der Canadian Women’s Foundation eingeführt. Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass während Krisensituationen, besonders in Verbindung mit häuslicher Isolation, häusliche Gewalt
drastisch zunimmt. Um solche erwarteten Notsituationen zu adressieren, wurde das Hilfesignal etabliert. Seitdem ist das Signal weltweit bekannt geworden und klärt zudem über häusliche Gewalt und den Umgang mit dessen Betroffenen auf.

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Mehr als Schönheit. Wie der Grand Beauty Salon Gesellschaft gestaltet

Was hat ein Haarschnitt mit gesellschaftlichem Zusammenhalt zu tun? Im GRAND BEAUTY SALON in Leipzig-Grünau geht es um weit mehr als Ästhetik; hier wird Schönheit zum Werkzeug für Begegnung, Teilhabe und gegenseitiges Lernen. Die Performance-Künstlerin Frauke Frech hat mit dem Projekt einen Raum geschaffen, in dem Menschen unterschiedlichster Herkunft gemeinsam wirken, voneinander lernen und gesellschaftliche Grenzen spielerisch überwinden können. Für das Projekt „Spread More Beauty“ wurde der GRAND BEAUTY SALON 2021 mit dem renommierten Kulturpreis „The Power of the Arts“ ausgezeichnet..

Interview: Antje Gringmann & Fotos: GRAND BEAUTY SALON

KiPPE: Frauke, wie würdest du das Konzept des GRAND BEAUTY SALONS beschreiben?
Frauke Frech: Grand Beauty ist ein transkultureller Raum für Begegnung, Dialog und gemeinsames Lernen; ein Ort, an dem Menschen über das gemeinsame Interesse an Schönheit zueinanderfinden. 
Unseren Salon in Leipzig-Grünau öffnen wir zweimal wöchentlich, mittwochs und freitags, jeweils von 15–18 Uhr. Insgesamt sind wir 14 Kolleg*innen aus Venezuela, Afghanistan, Deutschland, dem 
Iran, Libyen, Kolumbien und der Ukraine, die das Salon-Team bilden. Wir bieten Haarschnitte, Maniküren und Gespräche an. Wichtig ist, dass Gäste nicht nur empfangen, sondern auch etwas zurückgeben wollen – sei es durch Mithilfe, Gespräche oder eigene Beiträge.

Wer ist Teil des Teams?
Wir sind ein vielfältiges Team von Schönheitsexpert*innen aus aller Welt, Menschen mit und ohne Migrations- oder Fluchtbiografien. Uns eint das Interesse, Schönheit als etwas Verbindendes zu
sehen. Wir lernen voneinander – über kulturelle Unterschiede, Schönheitsideale und Verständigung. 

Wie entstand die Idee?
2014 war ich bei einer Artist Residency (Künstlerresidenz, Anm. d. Red.) im Grandhotel Cosmopolis in Augsburg. Dort traf ich viele internationale Beauty-Expert*innen, die als Geflüchtete nach 
Deutschland gekommen waren. Viele hatten keine Arbeitserlaubnis, aber große Motivation, ihr Können einzubringen. Daraus entstand eine erste gemeinsame Aktion. Dies war der Startpunkt für den 
GRAND BEAUTY SALON.

Möglichst nah am Leben

Eric Wrede ist Trauerbegleiter und Bestatter. Vor zehn Jahren hat er das Unternehmen lebensnah-Bestattungen gegründet, dass es mittlerweile an vier Orten gibt: Potsdam, Berlin, Leipzig und Bonn. Sein Team und er haben in erster Linie die Bedürfnisse der Hinterbliebenen im Blick.

Interview: Sandy Feldbacher & Foto: lebensnah-Bestattungen

KiPPE: Was brauchen Menschen, wenn sie jemand Nahestehendes verlieren? 
Eric Wrede: In Deutschland verliert eine Person durchschnittlich aller 18 Jahre einen Menschen. Das heißt die Kompetenz zu wissen, was brauche ich eigentlich in so einem Moment, was darf ich und was tut mir langfristig gut, ist häufig nicht da. Für diese Fragen brauchen Menschen vor allem viel Zeit, die wir versuchen ihnen zu geben. Ich glaube, dass eine gute Bestattung den Hinterbliebenen das Rüstzeug gibt, mit einem Verlust umzugehen. Deshalb stehen mit dem Moment, in dem jemand stirbt, für mich diejenigen im Mittelpunkt, die noch leben. [...]

Heute ist Standzeit: Eine Stunde bei der Wohnungslosenhilfe in der Leipziger City

Leipzig ist beliebt. Immer mehr Menschen ziehen in die Messestadt und genießen ihre vielen Vorzüge. Parallel dazu wird Wohnraum zunehmend knapp, steigen Mieten und sind immer mehr Menschen von Wohnungs- und Obdachlosigkeit betroffen. Für diese bietet Leipzig ein breit aufgestelltes Hilfesystem. Der erste Zugang dazu sind oftmals Angebote der Grundversorgung mit der Ausgabe von Essen und Getränken sowie weiteren Utensilien für den täglichen Bedarf. Ein wichtiger Anlaufpunkt dafür ist die Goethestraße, wo immer dienstags von 17 bis 18 Uhr Hilfe angeboten wird. Die KiPPE war einmal dabei und hat mit Sozialarbeitenden und Standgästen gesprochen.

Text: Sandy Feldbacher & Foto: Enrico Meyer

Es ist ein warmer, aber wolkiger Dienstagnachmittag Anfang September. Vor der „Leipziger Oase“, einer Tageseinrichtung für wohnungslose Menschen in der Nürnberger Straße, wird der Hilfebus gepackt. Er gehört zum Projekt SAFE – Straßensozialarbeit für Erwachsene des SZL Suchtzentrums. Die Packenden sind die Sozialarbeitenden Jemima Berengo und Sebastian Rode vom Streetwork der Diakonie und Leona Scheffler von SAFE. In den Bus und ein Lastenfahrrad wandern nach und nach Pappbecher- und -schüsseln, Thermoskannen mit Kaffee, Milch, Brötchen, Klapptische, -bänke und vieles mehr. [...]