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Ein großes Herz für Katzen

Den IG Katzenschutz e.V. in Leipzig-Liebertwolkwitz erreicht man über einen unscheinbaren Weg vorbei an einer Obstwiese. Die Schutzstelle im Grünen besteht aus zwei Katzenhäusern, die der Verein von der Stadt gepachtet hat. Die Vereinsvorsitzende Elke Jäger verabschiedet sich an einem sonnigen Oktobertag gerade von zwei ehrenamtlichen Helferinnen, dann führt sie mich über das Gelände.


Text: Sandy Feldbacher & Fotos: IG Katzenschutz Leipzig e.V.

Rundgang durch die Katzenhäuser
Im Holzhaus befindet sich ein Quarantäne-Zimmer mit Kätzchen, die noch zu klein zum Impfen sind – zwei Schwarze und zwei Getigerte, die in einem Gewerbegebiet gefunden wurden. „Niemand wusste, was mit der Mama ist“, erzählt Elke Jäger, „wir haben sie aufgenommen, weil wir in dem Moment noch den Platz hatten. Momentan geht aber gar nichts mehr.“ Die Anzahl der beherbergten Vierbeiner gehe gegenwärtig auf die 50 zu. Das habe etwas mit den vielen Kitten, so die Bezeichnung für Katzenkinder, zu tun, die der Verein gerade beherbergt. In den zwei großen Räumen sind vorwiegend ältere Katzen. Sie können jederzeit durch die Katzenklappen in das sicher umzäunte Freigehege. [...]

Wo überall die Klappe fällt

Wir kennen Leipzig als Messestadt oder als Musikstadt. Ihr kann man inzwischen längst ein weiteres Attribut hinzufügen: Leipzig als Filmstadt. Es vergeht kein Jahr, in dem nicht an dem einen oder anderen Ort Dreharbeiten laufen. An dieser Stelle geben wir mal eine kleine, unvollständige Übersicht über Drehorte in der Stadt und welche Filme bzw. TV-Serien dort produziert werden.

Zusammenstellung/Texte: Sandy Feldbacher & Björn Wilda 

Sicher kennt noch mancher von Ihnen den DEFA-Film „Heißer Sommer“ mit Chris Doerk und Frank Schöbel in den Hauptrollen. Der heute als Kultfilm geltende Streifen stammt von 1968 und wurde zum Kassenschlager. Die Eingangssequenz mit der ausgelassenen Mädchengruppe und der nicht weniger flippigen Jungengruppe, die die Titelmelodie singen, spielt in der Leipziger Innenstadt. Im Hintergrund sieht man das Opernhaus, den Mendebrunnen,die Hauptpost, das damalige Interhotel „Deutschland“ (heute „Radisson Blu Hotel“), Straßenbahnen… Doch die Kamera erfasste damals nicht den gesamten Karl-Marx-Platz (heute Augustusplatz). Aus gutem Grund: Es war jenes Jahr, als Ende Mai die Paulinerkirche gesprengt und im Handumdrehen entsorgt wurde. Nichts sollte an sie erinnern. So blieb die Westseite des Platzes in der Sequenz komplett ausgespart. [...]

Hospize: Menschenwürdig leben und sterben

Es ist ein Lernprozess, den Tod als einen Teil des Lebens anzunehmen und so in Würde und Frieden zu sterben. Sterbebegleitung greift nicht in den Prozess des Sterbens ein, sondern bietet dem todkranken Menschen Beistand in seiner letzten Lebensphase, zum Beispiel durch regelmäßige Besuche, offene Gespräche, Aktivitäten und kleine Handreichungen. Das Hospiz (von lateinisch „hospitium“, deutsch: „Herberge“, „Gastfreundschaft“) ist eine Einrichtung der Sterbebegleitung. Die Schweizer Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross leistete in den USA eine ungewöhnliche therapeutische Arbeit und wurde durch ihre Forschungen über Tod und Sterben zur anerkannten Expertin auf diesem Gebiet. Die Ärztin unterhielt sich als eine der ersten eingehend mit Sterbenden in Kliniken und entdeckte so, was sie wirklich bewegt. In den Vereinigten Staaten wurde das erste Hospiz in New Haven (Connecticut) eröffnet. Es ist ein Ort, an dem Menschen umfassende Betreuung erhalten, für die Heilverfahren, aktive medizinische Behandlung und Verlängerung des Lebens nicht mehr sinnvoll oder wünschenswert erscheinen. Seit Eröffnung des Hospizes von New Haven sind zahlreiche auf der ganzen Welt dazugekommen.


Interview: Oliver Schöbe & Fotos: Hospiz ADVENA.

Auch in Leipzig gibt es mehrere Hospize. Das älteste der Stadt ist das Hospiz ADVENA. 2023 ist es von Lindenau in den Leipziger Osten gezogen. Am neuen Standort steht deutlich mehr Platz zur Verfügung, die Räumlichkeiten sind besonders auch an die Bedürfnisse junger schwerstkranker Erwachsener angepasst und entsprechen den Vorgaben für ein modernes Hospiz. Neben dem stationären Hospiz mit Mehrgenerationenkonzept umfasst ADVENA ferner einen ambulanten Hospizdienst, der im September sein 25. Jubiläum feierte, wie auch Trauerbegleitung und Fortbildungsangebote. Das professionelle Team versteht sich als Teil eines regionalen Netzwerkes, das sich für Lebensqualität und Menschenwürde am Lebensende einsetzt. Die KiPPE interviewte die Hospizleiterin Julia Bodendieck.
KiPPE: Guten Tag, Frau Bodendieck. Wie geht es Ihrer Einrichtung?
Julia Bodendieck: Unserer Einrichtung geht es gut. Wir sind im Mai 2023 an den neuen Standort in Neustadt-Neuschönefeld gezogen und sind dort gut angekommen. Wir wollen uns jetzt noch mehr mit unserer Nachbarschaft vernetzen und das Hospiz im Stadtteil und natürlich in der Stadt Leipzig bekannt machen. Wir sind durch die Krankenkassen finanziert, jedoch nur zu 95 Prozent. Die restlichen fünf Prozent müssen wir über Spenden selbst finanzieren. Diese Spenden benötigen wir, um unsere Arbeit weiterhin machen zu können. [...]

„Pop Art ist ein wichtiger Stichpunkt für mich“

Ursprünglich kommt Carlo Vivary aus einem kleinen Dorf in Thüringen. Nach Leipzig kam er vor 20 Jahren spontan, weil ein WG-Zimmer bei Freunden frei und er zu dem Zeitpunkt auf der Suche war. Heute fühlt er sich hier zu Hause. Anfang Dezember eröffnete er in der Lützner Straße den Laden „Fuzz Mundo“. Dafür kuratierte der Künstler, Illustrator und Tätowierer eine Ausstellung mit Druckgrafiken von vielen unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern. Die KiPPE besuchte ihn dort.

Interview: Sandy Feldbacher & Fotos: Enrico Meyer

KiPPE: Wie bist du zur Kunst gekommen?
Carlo Vivary: Ich habe früher viel Musik gemacht und bin dann irgendwann Vater geworden. Deshalb konnte und wollte ich nicht mehr andauernd unterwegs sein. Trotzdem mochte ich etwas machen, worauf ich Lust habe. Durch die Musik bin ich in Berührung mit Gestaltung gekommen. Das lief zunächst nebenher, indem ich Illustrationen oder Grafikdesigns für meine eigenen Bands gemacht habe. Dann habe ich mich an einer Kunsthochschule beworben, was aber nicht geklappt hat. Zu dem Zeitpunkt war ich aber schon so tief drin in der Materie, dass ich weitergemacht habe. [...]

Bedrohungen abwenden

Wenn Wohnen in die Armut treibt, so ist das heutzutage kein Paradoxon mehr, sondern eher bittere Wahrheit. Grund ist der steigende und hohe Anteil der Wohnkosten bezogen auf die Gesamteinkommen der Menschen. Das kann im Extremfall bis zu mehr als 50 Prozent des Gesamteinkommens ausmachen.* Das andere Dilemma: Sozialer Wohnungsbau, um der prekären Lage auf dem Wohnungsmarkt entgegenzuwirken, ist völlig unzureichend, was die Situation weiter verschärft. Wie sieht es angesichts dieser Tatsachen in Leipzig aus? Einst begehrt für preiswertes Wohnen, sind diese Zeiten für die Stadt längst vorbei. Was tut die Kommune dagegen, wo liegen die Grenzen?.

Text/Bearbeitung: Björn Wilda & Illustrationen: Stéphanie Weppelmann 

Wer sich entlang des Richard-Wagner-Hains am Elsterbecken bewegte, kam unterhalb der Zeppelinbrücke an ihm immer vorbei: ein Obdachlosenquartier Marke Eigenbau. Ein provisorisches Zelt, im Winter noch mit Folie abgedeckt, vor dem Zutritt so etwas wie eine Fußmatte, Beutel und Taschen daneben. Das Zelt war stets geschlossen, nur manchmal trat ein Mann mittleren Alters für kurze Zeit heraus, um nach seinen abgestellten Beuteln und Tüten zu sehen. Mitunter kam Musik aus dem Zelt. Für Passanten eine längst gewohnte Erscheinung. [...]