Dieses als Generationenroman konzipierte Buch beginnt mit einem Krieg in der Gegenwart. An dem Tag, als die russische Armee die Ukraine überfällt, bekommt der erfolgreiche Satiriker Ulf Becker die verstörende Diagnose „beginnende Alzheimer-Demenz“ und beschließt endlich den Roman über seine Familiengeschichte zu schreiben.
Text: Björn Wilda
Dieser neue und furchtbare Krieg im Osten Europas weckt in Ulf Erinnerungen an seinen Großvater sowie die Erfahrungen seines Vaters. Als ob sich Geschichte auf dramatische Weise wiederholen würde. „Braucht denn jede Generation ihren Krieg?“, heißt es ziemlich am Beginn des Romans, ausgesprochen von Urgroßvater Paul. Als ob die Menschheit aus der Geschichte nichts gelernt zu haben scheint. Weil sie wieder einmal vergessen hat – oder will? So alt ist Ulf Becker eigentlich noch gar nicht, gerade mal 62. Doch besagte Diagnose sowie der Ausbruch des Ukraine-Krieges zwingen ihn, weiße Flecken der familiären Vergangenheit aufzuspüren, die hervorgerufen wurden durch jahrzehntelanges Schweigen von Ulfs Urgroßvater Paul, von Großvater Hermann und Vater Hartmut. Das Schweigen wurde weitergetragen von Generation zu Generation mit Folgen für die Generation der Gegenwart. [...]





