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Jedes Tattoo hat eine Bedeutung

Vor über zehn Jahren aus Kiew, der Ukraine, nach Dresden gekommen, lebt die Tattoo-Künstlerin Oleksandra Riabichko mittlerweile seit einigen Jahren in Leipzig. Für ihre Kundinnen und Kunden nimmt sie sich viel Zeit und stimmt mit ihnen im Gespräch vorab die Motive ab.

Text: Laura Lansche & Fotos: privat

Ein Klient und die Tattoo-Künstlerin setzen sich zusammen, brainstormen und sammeln Ideen. Bei einem Kaffee lernen sie sich kennen und entwickeln gemeinsam das Motiv für ein Tattoo. Die Künstlerin stellt verschiedene Fragen: Was soll das Tattoo repräsentieren? Es können zum Beispiel persönliche Erinnerungen sein, Dekorationen oder Statussymbole. Sie hilft den Menschen dabei, das herauszufinden. Welches Gefühl soll das Tattoo rüberbringen, welche Erinnerungen in welcher Form? Die Künstlerin heißt Sasha, mit geschickten Fragen stellt sie eine Wohlfühl-Atmosphäre her, in der ihre Klient/innen sich öffnen können. Manche Menschen haben schon genauere Ideen, wie ihr Tattoo sein sollte, andere nur einen Entwurf. In dem Gespräch bekommen die Menschen das Gefühl vermittelt, ebenfalls Künstler/in zu sein und am Prozess teilzuhaben. [...]

„Die Geschwisterbeziehung ist die beständigste in unserem Leben“

Antonia Speerforck ist Systemische Psychotherapeutin, Familientherapeutin und Mediatorin. In ihrer Arbeit sind Geschwister und ihre Beziehungen untereinander häufig Thema. Im Gespräch erzählt sie, wie Geschwisterbeziehungen unser Leben prägen, welche Dynamiken es geben kann und welchen Einfluss Eltern auf das Verhältnis ihrer Kinder haben.


Interview: Laura Lansche & Foto: privat

KiPPE: In welcher Form spielen Geschwisterbeziehungen eine Rolle in Ihrer Arbeit?
Antonia Speerforck:
Ich arbeite oft familientherapeutisch. Zu mir kommen meistens Familien mit erwachsenen Kindern. Dabei wird das Augenmerk häufig zuerst auf die Eltern-Kind-Beziehung gelegt, man sollte aber auch die Geschwisterbeziehungen nicht aus dem Blick verlieren. Die Beziehung, die Menschen als Kind mit ihren Geschwistern haben, kann großen Einfluss auf ihre spätere Entwicklung, auf ihre Beziehungen und auf ihr Bindungserleben haben. Das kann sich bis ins Berufsleben hineinziehen. [...]

Öffentlicher Raum ist für alle da?

Wem gehört der öffentliche Raum in einer Stadt? Eigentlich sollte er allen gehören und von ihnen genutzt werden. Doch es scheint eine Menschengruppe zu geben, die man nicht so gerne sieht und versucht, sie fernzuhalten – so auch mit Mitteln der sogenannten defensiven Architektur: Sitzgelegenheiten, die nicht zum Langlegen bzw. nicht zu längerem Aufenthalt taugen, Nischen, die vergittert werden. Solche „Maßnahmen“ richten sich zuallererst gegen Obdachlose oder Suchtkranke. Ist Leipzig davon auch betroffen? Wir haben mit zwei Personen in der Stadt gesprochen, die einerseits die auftraggebende und andererseits die ausführende Seite vertreten..


Interviews & Fotos: Björn Wilda

Treff mit Theresa Gnoyke vom Fachbereich Gestaltung öffentlicher Raum beim Stadtplanungsamt Leipzig. Den Begriff „defensive Architektur“ findet sie befremdlich, sie möchte lieber von Stadtmöblierung sprechen, deren Umsetzung auf Beschlüsse des Stadtrates beruhen.  
KiPPE: Frau Gnoyke, werden Menschengruppen in Leipzig verdrängt? Theresa Gnoyke: Meine Sicht auf diese Frage ist die der Verwaltungsmitarbeiterin.
Theresa Gnoyke:
Die Verwaltung hat die Aufgabe, die Beschlüsse des Stadtrats umzusetzen. Es gibt keinen Auftrag und keine Beschlüsse, Menschen auszugrenzen. Ganz im Gegenteil versuchen wir bei der Gestaltung des öffentlichen Raums, für jeden ein Angebot zu schaffen. Wir wollen gut gestaltete, einladende Räume schaffen und keine defensiven Maßnahmen durchführen. Dass wir durch Medien in dieses Licht gerückt sind, ist schade. [...]

Kurzer Dornröschenschlaf

Ein Anruf! Man geht ja schon mit gemischten Gefühlen ans Telefon. Werbung, Betrügereien, Hiobsbotschaften etc. Aber nein, nichts davon. Es ist Ines Lange, Koordinatorin der Jobcenter-Maßnahme „Tafelgärten-Sternhöhe“. Sie übermittelt, dass die Gärten nach einem kurzem, einjährigen „Dornröschenschlaf“ in diesem Jahr doch wieder bewirtschaftet werden können. Diese Maßnahme und eine von der Natur-Heilkunde (NHK) Eutritzsch waren vom Bund für 2023 gestrichen worden (siehe Heft 10/23)..

Text & Fotos: Maria Notbohm

Jetzt, 2024, sind die Tafelgärten wieder genehmigt. Was für eine Freude bei den Teilnehmern der Maßnahme, die sich im Oktober 2022 verabschieden mussten! Der Anruf gibt Anlass, bei Ines Lange vorbeizuschauen. Beim Betreten der Parzelle 208 sitzt sie bei einer Tasse Kaffee, von ein paar Akten umgeben am Tisch vor dem Bungalow. Es ist ihr „Außenbüro“ und gleichzeitig Sammelpunkt für die Teilnehmer. Vor ihr kämpfen sich gerade die Kartoffelpflanzen aus dem Erdreich. „Die Anbaupflanzen wechseln natürlich“, erwähnt Ines Lange. „Vor zwei Jahren hatten wir hier eine reiche Bohnenernte, allerdings je nach Pflanze auch die Schädlinge. Die ersten Kartoffelkäfer wurden bereits gesichtet und mit Kaffeesatz bekämpft. Klappt ganz gut. Bei den Schnecken müssen wir leider die Chemiekeule ansetzen. Ich war heute in der Gärtnerei, um Salatpflanzen zu holen, aber nicht, um die Schnecken zu füttern..." [...]

Global lachen oder kuscheln

Gedenk-, Aktions- und sonstige Tage begleiten uns das ganze Jahr über. Wir kennen den Valentinstag, den Internationalen Frauentag, den Tag der Arbeit, den Kindertag oder den Muttertag. Alle weltweit und bedeutend. Doch wer sich mal die Liste von Welttagen anschaut, wird auf Termine stoßen, die skurriler nicht sein und bei dem einen oder anderen ungläubiges Kopfschütteln hervorrufen könnten. Oder es mit Belustigung quittieren..

Text: Björn Wilda & Foto: Pexels

Heute schon gelacht? Wenn nicht, dann aber los! Lachen soll ja gesund sein. Der Kreislauf kommt in Schwung, es entspannt, und das Immunsystem wird gestärkt. Für dieses Ausdrucksverhalten gibt es sogar eine Wissenschaft, sie nennt sich Gelotologie. Wer nun glaubt, das war´s jetzt, der irrt. Denn obendrein gibt es jeden ersten Sonntag im Mai den Weltlachtag – kein Scherz. Auf die Idee dafür kam 1998 die Yoga- Lachbewegung, die heute weltweit in über 6 000 Lachklubs in über 100 Ländern organisiert ist. Da wird nichts dem Zufall überlassen. So wird in Europa an jenem Tag punkt 14 Uhr (deutscher Zeit) für eine Minute gelacht. Hm, liest sich irgendwie wie Lachen nach Statut. Wo bleibt da die Spontanität? Aber so ist das nun mal: Auch Lachen muss hin und wieder seine Ordnung haben.
Übrigens steht im Logo dieser Bewegung „Weltfrieden durch Lachen“. Wahrscheinlich lachen wir noch nicht oft genug, wenn man sich die heutige Weltlage anschaut. Oder es wird einfach völlig überschätzt …

Der jetzige April hält auch so einige besondere Welttage bereit. Stets am 6.4. gibt es den Internationalen Tag der Asexualität. An jenem Tag im Jahr 2021 fand dazu der erste Aktionstag statt, ins Leben gerufen u.a. vom britischen Model Yasmin Benoit, zugleich Aktivistin und Autorin. Sie und ihresgleichen haben kein Bock auf Sex, Erotik und Romantik. Ihrer Überzeugung nach wollen sie sich einem gesellschaftlichen Druck entziehen, der nicht zuletzt mit Erwartungshaltungen verbunden sei. [...]