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Weltnest Leipzig

Auszug aus einer Neuveröffentlichung zum Stadtjubiläum

Leipzig könnte einen eigenen Eintrag im Synonymlexikon haben, so viele Beinamen trägt die Stadt…

„Achthunderttausend Namen / hat diese Stadt. / Achthunderttausendmal spricht sie sich aus / im Wechsel zwischen Haß und Liebe“ (Walter Werner): Leipzig hat viele Namen und noch mehr Vergleiche abbekommen. Die Welt wurde dabei immer wieder bemüht, etwa im Lessing-Wort von der Stadt, „wo man die ganze Welt im Kleinen sehen kann.“ Nicht ganz so begeistert gab sich Historiker Heinrich von Treitschke: „Es ist aber, weiß Gott, zu scheußlich in diesem gottverfluchtesten aller elenden Nester.“ Die meisten Leipzighasser hielten jedoch einfach den Mund. Für Uwe Johnson war sie die „wahre Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik“ und Roger Rössing zieht den Regionalvergleich: „Wenn man von Dresden … nach Leipzig kam, fühlte man deutlich den Kontrast. Hier Provinz, Residenz, Enge – dort Weltläufigkeit, Offenheit, urbane Kraft.“ Pointiert meint Lyrikerin Kerstin Preiwuß: „In Leipzig liegt ja der Hund begraben wie die Welt.“

Irgendwas muss also dran sein an dieser Stadt, die Kurzzeitbesucher ins Schwärmen bringt und die auch regelmäßige Gäste wie manchen Dagebliebenen in Wallungen versetzt. „Endlich entschloß ich mich nach Leipzig zu gehen. Ich weiß wahrhaftig kaum anzugeben, warum? Kurz, ich bin hier“ (Heinrich von Kleist). Unbedingt beizupflichten ist Walter Jens: „Die Provinz und die Welt in friedlicher Symbiose.“ Viele schmückten die Stadt mit Be- und Zuschreibungen aus. Pleiß-Athen ist eins der bekanntesten Pseudonyme, das zuerst Aufklärungsphilosoph Pierre Bayle benutzt haben soll, um den Geist der Stadt, besonders den mit der Universität verbundenen, zu rühmen. Warum die Pleiße so prominent ist? Die Frage hat Schriftsteller Karl Julius Weber beschäftigt: „Die Pleisse aber ist ein so armseliges Wässerlein, daß es eher Elster- Athen heißen sollte – aber die Elster ist ein erzgeschwätziger Vogel!“
Etwas abgeschlagen ist „Klein-Venedig“: Leipzig verfügt über mehr Brücken als die Stadt der Gondeln. Daher ist es unklar, worauf sich das „Klein“ bezieht. Goethe hat über die „Stadt am Sumpfe“ gelästert, der Fehlinterpretation des tot zitierten Ausspruchs eines betrunkenen Studenten namens Frosch Keller im „Faust“ zum Trotz („Mein Leipzig lob ich mir…!“). Am Knoten von Parthe, Pleiße und Elster, im Dreistromland also, waren die Sümpfe einst sprichwörtlich. Die Pitsch-Patsche-Landschaft, die einst Napoleon Strapazen bereitete, ist trockengelegt. Heute würde – vom Sachsensumpf – niemand mehr vom Leben im Morast reden, dank fehlender Sperrstunde kann man aber herrlich versumpfen. Armutshauptstadt war sie lange Jahre, derzeit ist sie nur noch Vize hinter Dortmund. [...]

Teures Wohnen?

Schöner Wohnen, schöne Preise - Druck auf Leipziger Wohnungsmarkt lässt die Mieten steigen

Mit den Stimmen von Union und SPD hat der Bundestag am 5. März 2015 die Mietpreisbremse beschlossen. Sie soll am kommenden 1. Juni in Kraft treten. Die Bremse hat die Absicht, Mietsteigerungen zu dämpfen. Allerdings gilt sie nicht überall, sondern nur in Gebieten mit „angespanntem Wohnungsmarkt“, und diese Gebiete müssen nun die Bundesländer festlegen.

Eine Bremse ohne Wirkung?
Leipzig als Großstadt und Universitätshochburg hat inzwischen etliche Gebiete, in denen Wohnen Luxus geworden ist. Der Hintergrund: Leipzig wird seit etwa drei Jahren geprägt vom großen Run. Keine andere Großstadt in Deutschland hat derzeit einen so großen Bevölkerungszuwachs wie Klein-Paris – bis zu 10 000 pro Jahr. Der meiste Zustrom kommt von den benachbarten Bundesländern. Damit wächst aber auch der Druck auf den Wohnungsmarkt. Und es wird wieder kräftig gebaut und saniert, Lücken werden geschlossen, die Verdichtung schreitet voran. Allerdings: Dieser Prozess bewegt sich hauptsächlich im hochpreisigen Segment. Sozialer Wohnungsbau? Fast Null. Alteingesessene Mieter werden verdrängt. Das Gespenst der Gentrifizierung geht um. Ob die beschlossene Mietpreisbremse tatsächlich die Steigerungen deckeln kann, ist völlig ungewiss, zumal auch bei dieser Gesetzgebung zahlreiche Ausnahmen die ganze Angelegenheit ziemlich löchrig werden lassen und die ursprüngliche Absicht konterkariert wird.

Erstmals sind Blogger außerdem aufgerufen, den Preis der Leipziger Buchmesse zu begleiten. Ausgewählte Literatur- und Buchblogger erhalten die Chance, ein nominiertes Werk vor Preisvergabe zu rezensieren und auf ihrem Blog zu veröffentlichen. Blogger konnten sich schon im Vorfeld der Messe für die Patenschaft bewerben. Eine fünfköpfige Jury wählte 15 Blogger aus und teilte die nominierten Werke zu. Die Rezension wird auf der Webseite des Preises der Leipziger Buchmesse sowie auf Facebook und Twitter veröffentlicht. Neben dem persönlichen Rezensionsexemplar erhalten die Bloggerpaten unter anderem Tickets zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse im Gewandhaus zu Leipzig und eine persönliche Einladung zur Preisverleihung auf dem Leipziger Messegelände.

So gilt die Mietpreisbremse sowohl nicht für Neubauten als auch nicht für Gebäude, die umfassend modernisiert worden sind. Der Hintergrund: Investoren sollen nicht vergrault werden. Der Hickhack geht noch weiter. Als Neubau gelten Häuser und Wohnungen, die nach dem Stichtag (wofür der 1. Oktober 2015 vorgesehen ist) erstmals vermietet werden. Und für das Justizministerium gilt ein Haus als „umfassend modernisiert“, wenn die Investition dafür rund ein Drittel so teuer war wie ein Neubau. [...]

Wegen Umbau geschlossen

Pubertät: Fakten und Tipps zu einer spannenden Lebensphase

Die Tochter meiner Schwägerin ist zwölf. Sie lebt in einer anderen Stadt und ich sehe sie in größeren Abständen. Im vergangenen Sommer trug sie ein sanft wehendes Kleid aus feinem hellblauem Stoff. Mit ihren langen blonden Haaren sah sie aus wie eine Fee. Daran erinnerte ich mich, als ich im Dezember für sie ein Weihnachtsgeschenk kaufte: ein Feenarmband mit süßen bunten Anhängern zum Selbstbasteln. Als sie dann Weihnachten in der Tür stand, trug sie ihre Haare um einiges kürzer, war komplett in schwarz gekleidet und hatte schwere Stiefel an den Füßen. Mein verblümtes Geschenk hat sie entsprechend verhalten aufgenommen. Jetzt verstehe ich, warum Jugendliche häufig Geld geschenkt bekommen – die Verwandten wollen nichts falsch machen. Denn die Pubertät ist für alle Beteiligten eine verwirrende Phase.

Kürzlich veröffentlichte das Magazin der Süddeutschen Zeitung eine nicht ganz ernst gemeinte Grafik zu diesem Thema: Unter dem Titel „Rätsel Pubertät“ zeigt ein Säulendiagramm an, welche Dinge Eltern an ihren pubertierenden Kindern im prozentualen Verhältnis nicht verstehen. Es umfasste die Fragen „Was sie denken, wollen, anziehen und reden“. Und der Anteil des Nichtverstehens war in allen vier Fällen mit 100 % angeben. Doch warum ist das so? Um dieser Frage zu klären, suche ich im Internet nach Antworten und finde sie auf einer Schweizer Seite mit dem Titel „Pubertät verstehen“. Hier finde ich zwölf Thesen zur Pubertät, die Licht ins Dunkel bringen sollen. Doch zunächst überraschen mich die Ausführungen des Psychologen Werner Stangl auf einem anderen Online-Portal, der dort erklärt: Jugend und Pubertät werden erst seit dem 19. Jahrhundert als eigenständige Lebensphase angesehen. Zuvor wurden Kinder von Bauern oder Handwerkern früh von ihren Eltern mit ins Arbeitsleben eingebunden. Zeitig mussten sie Verantwortung übernehmen. Die Kindheit fand häufig ein schnelles Ende, auf das umgehend das Erwachsenenalter folgte. Während der Industrialisierung waren mehr und mehr komplexere Fähigkeiten gefragt, und eine systematische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in der Schule und berufsschulischen Einrichtungen begann. Erst diese neu eingeschobene Phase von Schulzeit und Ausbildung ermöglichte es Kindern und Jugendlichen, sich mit ihren physiologisch-biologischen und den damit korrelierenden psychischen und sozialen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Und das ist gut so. [...]

Spaß im Schnee

Skiurlaub in Oberhof, Thüringen

Kurz nach 10 Uhr betrete ich den Leipziger Hauptbahnhof und gehe zum abgemachten Treffpunkt am Gleis 6. Es ist der 23.02.2015 und ein viertägiger Skiurlaub in Oberhof (Thüringen) soll gleich beginnen. Ich blicke mich um, noch niemand da. Eine kleine Stärkung in Form von Käsebrötchen und Latte macchiato wird erworben, dann warte ich. Als ich mich umblicke, entdecke ich, dass zwei weitere Mitstreiter bereits eingetroffen sind und geselle mich zu ihnen. Nach und nach trudeln auch die anderen drei ein und die Reise kann beginnen. Die erste Etappe führt uns nach Weißenfels, auf dem dortigen Bahnhof ist es fürchterlich kalt, aber das passt ja zu einem Skiurlaub. Bald sind wir auch schon in Erfurt und nehmen eine weitere Stärkung ein, bevor wir schließlich am Nachmittag in Oberhof eintreffen. Der Bahnhof ist einige Kilometer vom Ort entfernt, aber der Bus ist pünktlich und so warten wir nur wenige Minuten im Schneetreiben.

Oberhof liegt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Der Ort lebt ausschließlich vom Tourismus. Bei gerade einmal 1 631 Einwohnern gibt es über 4 000 Gästebetten für Touristen. Mit 132 000 Touristen im Jahr 2009 ist Oberhof nach Erfurt und Weimar der meistbesuchte Ort Thüringens. Als deutsches Wintersportzentrum sind hier besonders die Sportarten Biathlon, Rennrodeln bzw. Bobsport, Skilanglauf und die Nordische Kombination populär. Bekannt ist Oberhof außerdem für sein Sportgymnasium und die dort stationierte Sportfördergruppe der Bundeswehr.

Gut gelaunt erreichen wir das AWO Sano Hotel und checken ein. Die Zimmer sind geräumig und komfortabel, nur die Betten etwas unbequem. Doch wir wollen nicht lange im Hotel bleiben und machen uns auf, den Ort zu erkunden. Für so einen kleinen Ort bietet Oberhof erstaunlich viel architektonische Abwechslung. Generell fühle ich mich sehr ans Sauerland erinnert, wo ich als Kind oft meine Ferien verbracht hatte. Nach einem schnellen Einkauf im örtlichen Supermarkt besuchen wir als erstes das Exotarium Oberhof, dank unserer Oberhof All Inclusive Card haben wir hier freien Eintritt. Es gibt viele Spinnen, Echsen, Schlangen, Fische und weitere Tiere zu bestaunen und zu bewundern. Danach informieren wir uns im Haus des Gastes über die weiteren Möglichkeiten, die der Aufenthalt bietet und stecken ein paar kostenlose Landkarten der Gegend ein. Eine gute Entscheidung!

Oberhof wurde 1470 erstmals urkundlich erwähnt, doch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in dem kleinen Ort wenig mehr als ein Johanniter Hospiz und das herzogliche Jagdschloss. Erst 1832 wurde Oberhof mit einer modernen Straße an den Rest der Welt angebunden, aber es dauerte bis 1884, dass Oberhof einen Bahnhof erhielt. Vier Jahre später ereignete sich das für Oberhofs Entwicklung bedeutendste Ereignis: Wilhelm, der älteste Sohn des deutschen Kaisers besuchte Oberhof, um dort mit seinen Geschwistern einige Ferienwochen zu verbringen. Über die „Prinzen in Oberhof“ berichtete damals deutschlandweit die Presse, was tausende Schaulustige in den Ort lockte. [...]

Bücherwelten

Die Szene in der Lounge - Leipziger Buchmesse wieder mit zahlreichen neuen Angeboten

In diesem Jahr schafft die Leipziger Buchmesse unter der Überschrift buchmesse: blogger Literatur- und Buchbloggern ein besonderes Angebot: eine eigene Lounge mitten im Messegeschehen bietet Raum zum Austausch. Erstmals sind Blogger zudem aufgerufen, den Preis der Leipziger Buchmesse zu begleiten.

Plattform für Blogger
Die Szene der Literaturund Buchblogger wird jedes Jahr größer, vielfältiger, und vor allem professioneller. Ihre Relevanz für die Branche steigt stetig. Die Leipziger Buchmesse möchte diesen Weg begleiten und bietet die erste unabhängige Plattform in Deutschland – buchmesse:blogger: ein Treffpunkt für deutschsprachige Literaturblogger zur Vernetzung mit Vertretern aus der Branche, Autoren, anderen Bloggern, Verlegern und Literaturvermittlern.

Erstmals sind Blogger außerdem aufgerufen, den Preis der Leipziger Buchmesse zu begleiten. Ausgewählte Literatur- und Buchblogger erhalten die Chance, ein nominiertes Werk vor Preisvergabe zu rezensieren und auf ihrem Blog zu veröffentlichen. Blogger konnten sich schon im Vorfeld der Messe für die Patenschaft bewerben. Eine fünfköpfige Jury wählte 15 Blogger aus und teilte die nominierten Werke zu. Die Rezension wird auf der Webseite des Preises der Leipziger Buchmesse sowie auf Facebook und Twitter veröffentlicht. Neben dem persönlichen Rezensionsexemplar erhalten die Bloggerpaten unter anderem Tickets zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse im Gewandhaus zu Leipzig und eine persönliche Einladung zur Preisverleihung auf dem Leipziger Messegelände.

Ebenso zum ersten Mal bietet die Leipziger Buch messe den Bloggern eine eigene Lounge. In Halle 5 können Blogger miteinander ins Gespräch kommen, Interviews führen und Kontakte zu Vertretern der Branche vertiefen. Darüber hinaus besuchen täglich Vertreter der Branche die Lounge. So stellen sich Nominierte des SERAPH-Preises den Fragen der Blogger. Am vorletzten Messetag steht Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse, den Bloggern Rede und Antwort. Und am Messesonntag treffen Autoren des Forums „DIE UNABHÄNGIGEN“ interessierte Blogger.

Messeschwerpunkt Israel
In diesem Jahr begehen Deutschland und Israel ein besonderes Jubiläum: 50 Jahre deutsch-israelische diplomatische Beziehungen. Zwanzig Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur und dem Völkermord an etwa sechs Millionen Juden und siebzehn Jahre nach der Staatsgründung Israels war die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen am 12. Mai 1965 eine historische Leistung. Mit ihrem Messeschwerpunkt „1965 bis 2015. Deutschland – Israel“ würdigt die Leipziger Buchmesse das einzigartige Verhältnis beider Staaten. Zahlreiche Autoren aus Israel und Deutschland kommen im Rahmen des Literaturevents zu Wort und sprechen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der Dialog wird am Messedonnerstag in Anwesenheit von Yakov Hadas-Handelsman, dem Botschafter des Staates Israels in Deutschland, sowie den Schriftstellern Amos Oz und Meir Shalev auf dem Leipziger Messegelände eröffnet. [...]