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Nachhaltig leben und handeln

Stark für die Umwelt

In Zeiten von #fridaysforfuture und der Entwicklung von EU-Richtlinien hin zu Verboten, wie beispielsweise das von Plastikstrohhalmen, zeigt sich, was immer unvermeidbarer wird: Alle Menschen müssen handeln und mit einem nachhaltigen Lebensstil auch das Leben der Erde erhalten. Der Ökolöwe Umweltbund Leipzig e.V. steht schon seit 30 Jahren dafür.

Text: Alicia Müller & Foto: © Ökolöwe Umweltbund Leipzig e.V.


Mit seinem Sitz im Haus der Demokratie, wo sich auch die dazugehörige Umweltbibliothek Leipzig befindet, ist der Ökolöwe in Connewitz zu Hause und widmet sich von dort aus den umweltpolitischen Belangen der Stadt Leipzig. Die praktische Arbeit findet jedoch fast immer am direkten Ort des Geschehens statt. Der Verein nimmt sich der grünen Stadtgestaltung durch das Bepflanzen von Baumscheiben und das Begrünen von Fassaden an und kümmert sich unter anderem mit der Kampagne „Leipzig soll blühen“ um die Sicherstellung eines vielfältigen Lebensraums für Insekten innerhalb der Großstadt. Diesen und den anderen hier genannten Themen widmet sich das Team aus derzeit zehn hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Bundesfreiwilligen, Praktikant/innen und Ehrenamtlichen.

Die Natur in die Stadt bringen und die Geschwindigkeit rausnehmen – mit Initiativen wie dem Park(-ing) Day, „Mach’s leiser“ oder dem alljährlichen Stadtradeln verfolgt der Ökolöwe eine nachhaltigere Mobilität und Stadtentwicklung. Dabei setzt sich das Team mit den Vorhaben der Stadt kritisch auseinander, entwickelt neue Ideen und Konzepte, und bringt Umweltbelange auf die politische Agenda, z. B. bei der Entscheidung über die Gestaltung der Fläche rund um die Petrischule am Floßplatz.

Umweltbildung und gesunde Ernährung gehören ebenso zum Aufgabenfeld des Ökolöwen. Die bereits erwähnte Umweltbibliothek Leipzig mit einem Bestand von ungefähr 20 000 Büchern trägt dazu bei, dass es Bibliotheksnutzer/innen mit Ratgebern und anderen Sachbüchern erleichtert wird, den eigenen Lebensstil nachhaltig (um)zugestalten. Mit regelmäßigen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche sowie Workshops für Eltern, Lehrer und Erzieher fördern die Mitarbeiter den gemeinsamen Lernprozess.

Noch ein paar Fakten:
• 2017 wurde der Ökolöwe mit dem sächsischen Umweltpreis ausgezeichnet
• aktuelle Kampagnen sind das „365-Euro-Jahresticket“ (über 10 000 Unterschriften) und „Mehr Grün für Leipzig“ (16 700 Unterschriften)
• mit den Leipziger Umwelttagen bietet der Ökolöwe jährlich ein buntes Programm mit über 100 Umweltveranstaltungen in und um Leipzig an und macht so auf Umwelt, Nachhaltigkeit und Naturschutz aufmerksam
• die Leipziger Ökofete als Höhepunkt der Umwelttage ist die größte Umweltverbrauchermesse Mitteldeutschlands (dieses Jahr: 16. Juni, Clara-Zetkin-Park) [...]

Ein Tag auf dem Hauptbahnhof

Täglich wird der Leipziger Hauptbahnhof von rund 120 000 Reisenden und Besuchern frequentiert. In der kommenden Hauptreisesaison dürften es wieder ein paar mehr werden. Dieser Bahnhof mit seinen 22 für den Reiseverkehr genutzten Bahnsteigen, einem Museumsgleis, dem City-Tunnel, dem 270 Meter langen Querbahnsteig, dem Parkhaus sowie den unterirdischen Promenaden mit seinen rund 140 Geschäften, Restaurants und Dienstleistern ist eine Stadt in der Stadt. Auch für Gestrandete. Die KiPPE war an einem ganz normalen Reisetag hier unterwegs, um zu sehen, was so alles in dem Hauptbahnhof, der mit einer überdachten Fläche von fast 84 000 Quadratmetern noch immer der größte Kopfbahnhof Europas ist, passiert.

Text: Björn Wilda & Foto: Dagmar Franke


Querbahnsteig, am Servicepoint, 09:00 Uhr: Am Counter herrscht Kommen und Gehen, Reisende bitten um Auskunft. Mitarbeiterin Karin S.: „Die Leute fragen nach allem Möglichen, häufig auch, wo es zu den Toiletten geht.“ Jetzt wollen Reisende wiederholt wissen, ob die Platzkarten auch für den kommenden Ersatzzug nach München Gültigkeit haben. Antwort: „Leider nein, für Ersatzzüge gelten die Reservierungen nicht mehr. Bitte wenden Sie sich dann ans Zugpersonal.“ Wenn gegen 19 Uhr der Berufs- und Pendlerverkehr abebbt, geht es für das Auskunftspersonal etwas ruhiger zu. Täglich ist der Counter von 06 bis 24 Uhr besetzt. Übrigens: Der Servicepoint der Bahn auf dem Querbahnsteig liegt schon auf fremden Gebiet, denn er gehört zur ECE, die die Promenaden mit ihren Einkaufs- und Servicemöglichkeiten betreibt und die wie immer reichlich frequentiert werden.

Gleise 11 und 12, 09:40 Uhr: ICE 505 nach München und RB 20 von und zurück nach Eisenach fahren fast zur gleichen Zeit in den Hauptbahnhof ein, beide Zügen waren voll, Menschen verlassen den Bahnhof, nicht wenige unter ihnen, die die Regionalbahn genutzt haben, kommen mit Rad.

Wenig später, 10:16 Uhr, steht der ICE nach Hamburg bereit. Mit ihm wird Elizabeth W. (20) fahren. Die Psychologiestudentin ist eigentlich in Chicago zu Hause und hat hier in Leipzig eine Freundin besucht. „Ich reise gerne mit der Bahn, wenn ich in Deutschland bin“, sagt sie. „Das ist bequem. Bei uns in den Staaten ist das ja nicht so ausgeprägt.“

Gleis 11, 12:42 Uhr: Pünktlich auf die Minute fährt der ICE aus Berlin ein. Zu den Aussteigenden gehört Brigitte D. (81). Die Rentnerin wohnt in Neubrandenburg und ist seit 9 Uhr unterwegs. Zunächst ging es mit der Regionalbahn bis Berlin Hbf., dann umsteigen und weiter mit dem ICE. „Alles hat reibungslos geklappt und stehen musste ich auch nicht“, meint die jünger wirkende Frau. Dann hält sie Ausschau nach Sohn und Schwiegertochter, die sie abholen wollen. Sie winkt ihnen zu, ergänzt noch schnell: „Zweimal im Jahr komme ich nach Leipzig, auch jetzt freue ich mich wieder, die Kinder zu sehen. Außerdem ist hier viel mehr los als bei mir zu Hause.“ [...]

Abstinentes Leben festigen

Seit über 125 Jahren hilft der christliche Verein Blaues Kreuz e.V. Suchtkranken in Leipzig. Vor wenigen Wochen eröffnete die Initiative mit einem Tag der offenen Tür ihre neuen Räumlichkeiten in der Georg-Schumann-Straße 198. Die KiPPE war dabei.

Protokoll & Foto: Sandy Feldbacher

Bunte Luftballons und ein Aufsteller weisen den teils weit gereisten Gästen den Weg zum Tag der offenen Tür des Blauen Kreuzes. Dieser führt durch einen großen Garten ins Gemeindehaus der Sophienkirchgemeinde. Der Vorstand ist froh darüber, dass der Umzug endlich geschafft ist. Lange habe es gedauert, weil einige Probleme zu bewältigen waren – wie das bei Umzügen nun mal häufig der Fall ist. Die Vorstandsmitglieder wirken engagiert, haben viele Ideen für die Zukunft des Blauen Kreuzes in Leipzig. Nach der Begrüßung von Vorstandsmitglied Katrin Benedix würdigt Pfarrer Michael Günz die Arbeit der Mitarbeitenden, die diese „mit Freude und Liebe im Herzen sowie einer klaren Sprache“ nachgingen.
Der Vorstandvorsitzende des Blauen Kreuzes, Dieter Kappler, wird derweil an vielen Ecken gebraucht. In einem kleinen Moment in der neuen Küche hat er Zeit zu verschnaufen: Er betont, dass die Anbindung an eine Kirchgemeinde schon immer ein großes Anliegen für ihn persönlich und den Verein gewesen sei. Darüber hinaus gehe es auch darum, in den Stadtteil hineinzuwirken und hier Vernetzungen zu schaffen. Die Angebote des Blauen Kreuzes richten sich an suchtgefährdete und suchtkranke Menschen sowie deren Angehörige. Hier kann man einen ersten Kontakt knüpfen, ins Gespräch kommen, Beratung in Anspruch nehmen und sich an weitere Stellen des Hilfesystems wie etwa Entgiftung oder Langzeittherapie vermitteln lassen. Daneben bietet der Verein Freizeitangebote, Wochenendausflüge und Besinnungsfahrten an, informiert vorbeugend und aufklärend zur Suchtproblematik in Schulen und interessierten Gruppen. Das Blaue Kreuz berät und betreut zudem suchtkranke Menschen in der Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen. Herzstück des Vereins sind verschiedene Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene austauschen und gegenseitig unterstützen. Vernetzungen haben sich über die Jahre auch mit Partnern etabliert, die Betroffenen bei der Rückkehr in Arbeitsleben und Alltag helfen, so etwa das Berufsförderungswerk Leipzig und dem TÜV, von denen auch Vertreter/innen zu Gast sind. Ein besonders wichtiger Partner des Blauen Kreuzes ist seit 1976 die, wie es Katrin Benedix scherzhaft formulierte, „Haus- und Hofklinik“ des Vereins – das Diakonie-Krankenhaus Elbingerode, das viele Betroffene zur Langzeittherapie aufsuchen. Dessen Chefarzt Dr. Eckart Grau ist ebenfalls zur feierlichen Eröffnung eingeladen und hält einen Vortrag zum Thema Nachsorge:

In der Kette der Suchtentwöhnungsbereiche – Entgiftung, Langzeittherapie/Rehabilitation und Nachsorge – nimmt für Eckart Grau letztere den wichtigsten Stellenwert ein, obgleich er aus dem zweitwichtigsten komme. Das habe verschiedene Gründe, wie er ausführt: Zunächst sei die Nachsorge der längste Behandlungsbereich, nicht selten wird sie über Jahrzehnte in Anspruch genommen, wohingegen die stationäre Sucht-Rehabilitation heute in der Regel nur noch 15 Wochen dauert. Stellen, die Nachsorge anbieten, lebten dagegen ein Stückweit mit den Betroffenen, was auch sehr anstrengend sein könne. In der Reha im Krankenhaus sei man abgeschnitten von seinem üblichen Umfeld und Alltag, in der Nachsorge-Zeit ginge es dagegen darum, abstinent unter Alltagsbedingungen zu leben. Erst nach anderthalb bis zweieinhalb Jahren werde ein abstinentes Leben halbwegs Normalität. Seinen Erfahrungen nach liegt die Erfolgsquote von Alkoholabhängigen zwischen 50 bis 60 Prozent, bei Drogensucht nur bei 35 Prozent. Deshalb habe der Mediziner großen Respekt vor Suchtberatungsstellen, die Vor- und Nachsorge anbieten. Besonders in der freien Nachsorge wie beim Blauen Kreuz liege eine große Chance: Wenn man gut aufgestellt sei, könnten betroffene Menschen gehalten, aufgefangen und begleitet werden. Dies brauche viel Kraft, sei aber sehr hilfreich bei der Festigung einer abstinenten Lebensweise. [...]

Yamen und Sanadak – Über eine App für traumatisierte syrische Geflüchtete

An der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig existiert das Forschungsprojekt „HELP@APP“ des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health. In diesem Projekt wurde „Sanadak“ entwickelt. Sanadak heißt übersetzt ‚Deine Stütze‘. Der Name ist Programm. Diese App ist auf Arabisch und soll syrischen Geflüchteten bei der Verarbeitung traumatischer Erlebnisse helfen.

Text: Pauline Szyltowski & Foto: Nikolas Fabian Kammerer


„Ich denke ich war nicht so traumatisiert, dass ich die App gebraucht hätte. Ich bin immer zurechtgekommen. Vielleicht kann ich das auch nicht so gut einschätzen, immerhin hab‘ ich täglich mit der App zu tun. Natürlich muss ich sagen, dass ich auch viele schockierende Sachen erlebt habe. Einmal ist zum Beispiel eine Bombe wenige Meter neben mir explodiert. Es gab Sicherheitskontrollen, bei denen ich nicht wusste, ob ich wieder nachhause komme oder nicht. Ich hab genug erlebt, um ein Trauma davon zu bekommen, aber irgendwie habe ich die Erfahrungen relativ schnell verarbeitet.“

Diese Worte stammen von Yamen Khamis (Foto). Er ist Mitarbeiter im besagten Forschungsprojekt „HELP@APP“. In Deutschland sind Syrer die größte Gruppe unter den Geflüchteten. Im Krieg, während der Flucht und während des neuen Lebens in einer völlig fremden Kultur sind sie mit einer Vielzahl schwieriger Erlebnisse konfrontiert. Gewalt, Folter und Verluste können zu sogenannten posttraumatischen Belastungen führen und erhöhen ganz allgemein das Risiko psychisch zu erkranken. Symptome posttraumatischer Belastung wie Albträume, Flashbacks, Stress oder Schlafstörungen erschweren das Leben der Betroffenen zusätzlich zu den täglichen Herausforderungen. Und oftmals geht posttraumatischer Stress mit weiteren psychischen Erkrankungen einher, etwa Angststörungen, psychosomatische Schmerzen oder Depressionen.

Sanadak ist eine der ersten Apps zu dem Themenbereich, die sowohl psychoedukativ und interventionell ausgerichtet ist. Oder einfacher gesagt: Den Nutzern wird wissenschaftlich fundiertes Wissen vermittelt und Hilfestellung zur Selbstbehandlung der Belastung angeboten. Zudem ist Sanadak sowohl ansprechend gestaltet als auch durch den modularen Aufbau angenehm übersichtlich. Außerdem ist sie eine der wenigen Apps, die wissenschaftlich auf ihre Wirksamkeit geprüft, also evaluiert, sein wird. Umso erfreulicher ist es, dass die Initiative zu diesem Projekt aus dem Osten, Sachsen, Leipzig kommt. Aus einer Region, in der Pegida oder Legida marschierten und die AfD gefühlt mehr Unterstützung erfuhr als die Flüchtenden aus Kriegsgebieten. Auch Yamen ist geflüchtet. Der 27-jährige ist in Damaskus aufgewachsen, der Hauptstadt Syriens. Die Terrormiliz Islamischer Staat, kurz ‚IS‘, spielte dort zwar keine große Rolle, die Kämpfe zwischen der Regierung und oppositionellen Gruppen umso mehr. Schießereien auf offener Straße wurden Alltag in seiner Heimat. Er erlebte Bombenanschläge aus direkter Nähe, sah wie ein Hubschrauber der Regierung von der Opposition abgeschossen wurde und musste damit leben, dass viele seiner Bekannten getötet oder während des Militärdienstes fielen. Auch für ihn nahte der Tag, an dem er seine Wehrpflicht antreten hätte müssen. Doch er wollte nicht kämpfen oder gar sterben für einen Krieg, den er nicht unterstützt. [...]

Sündenböcke

Ausgrenzung für's Gemeinwohl

Es gab ihn gefühlt schon immer, und unser Gefühl soll Recht behalten. Seinen historischen Ursprung hat der Begriff des Sündenbocks, wie der erste Wortteil vermuten lässt, in der Religionsgeschichte. Seitdem taucht er bis heute immer wieder auf und man fragt sich, was genau ist ein Sündenbock per defintionem überhaupt? Die KiPPE hat nachgeschaut und geht im Folgenden auf Begriffsgeschichte und Prinzip ein.

Text: Alicia Müller & Bild: William Homan Hunt – Der Sündenbock (1854)


Zum Versöhnungstag heißt es sinngemäß im dritten Buch Mose 16: „Aaron bring den Bock, lege die Hände auf sein Haupt und übergebe Sünden und Missetaten der Kinder.“ Anschließend wurde das arme Tier mutterseelenallein in die Wüste geschickt, um die elendigen Schandtaten aus dem Dorf fortzutragen, sodass dieses ohne schlechtes Gewissen weiterleben konnte. Ein babylonisches Ersatz-Königsritual verfuhr nach ähnlichem Prinzip: Einfache Leute oder Kriegsgefangene wurden vorübergehend zum König ernannt, sodass schlechte Omen auf sie gesprochen und sie anschließend ins Ausland verbannt werden konnten. Seitdem zieht sich das Phänomen der willkürlichen Schuldübertragung durch die Menschheitsgeschichte wie ein irrer Fluch. Das veranlasste auch immer wieder Wissenschaftler, sich mit dem Sündenbock-Prinzip soziopsychologisch auseinanderzusetzen.
Randgruppen und Minderheiten eignen sich perfekt für die Schuldübertragung. Die Herrschaftsgruppe oder Kerngesellschaft stellt ein Werte- und Normensystem auf, welches mit Sanktionen verknüpft ist. Damit entstehen Kanten um die Gemeinschaft herum, die mit moralischen Wert-Urteilen aufgeladen sind und somit zur Abgrenzung von „den Anderen“ dienen. Durch soziale Kategorien, die oft mit Vorurteilen und Stereotypen verknüpft sind, wird aus Abgrenzung sehr schnell Ausgrenzung. Bei Konflikten zwischen Herrschafts- und Randgruppe ist Konkurrenz die häufigste Ursache. Nach der Sündenbocktheorie der Wissenschaftlerinnen Lioba Werth und Jennifer Mayer besteht eine „Tendenz, bei Frustration eine leicht zu identifizierende, nicht gemochte und machtlose Fremdgruppe verantwortlich zu machen, obwohl diese nicht Ursache der misslichen Lage ist.“ Gegenargumente oder eine differenzierte Auseinandersetzung mit individuelle Charaktereigenschaften sind keine Optionen. Stattdessen spricht der Experte vom Vorgang der illusorischen Korrelation. Das heißt, dass Informationen nicht gleichermaßen abgespeichert werden – ganz nach dem Prinzip, man sieht nur das, was man sehen will. Trifft man dann doch mal auf einen Menschen der Sündenbockgruppe, welcher dem vorgefertigten Bild überhaupt nicht entspricht, kommt es zum sogenannten Subtyping: Ein Rassist blendet bei einem kompetenten türkischen Chefarzt die Kategorie ‚Türke‘ aus und ordnet ihn in seinem Schubladensystem nur bei ‚Chefarzt‘ ein. [...]