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Stadthafen – Hafenstadt

Seit Mai ist Leipzig um eine Attraktion reicher, und das heißt nun: Die Leinen los, ab in die Leipziger Flusslandschaft und wieder zurück in einen neuen Hafen inmitten der Stadt. Und die Hafenbar lockt dann auch schon… Welche Binnenstadt hat das noch? Nach sechs Jahren Buddeln, Baggern, Bugsieren und Bebauen ist der Stadthafen am Schreberbad fertig geworden, doch das Vorspiel begann schon lange zuvor mit der etappenweisen Freilegung des einst unter die Erde verbannten Elstermühlgrabens zwischen Ranstädter Steinweg und Friedrich-Ebert-Straße.

Text & Fotos: Björn Wilda

Dort, wo heute das Hafenbecken mit seinen Piers, dem Bootskran sowie den Brücken, Terrassen und Anbauten existiert, herrschte vor sechs Jahren fast nur Brachland vor. Immerhin konnte es als Interim genutzt werden, das auch ich manchmal in Anspruch nahm: am Grillplatz mit Freunden Geburtstag feiern oder Volleyball spielen. Camper fanden mit ihren Caravans eine Abstellmöglichkeit, und von einer provisorischen Anlegestelle konnten Boote ausgeliehen werden. Dann war erstmal Schluss mit lustig, Bagger und Raupen rollten ab 2021 heran, krempelten das Gelände mächtig um, es wurde gerodet und dann plan gemacht. Viele neugierige Passanten sowie unmittelbare Anwohner und Anwohnerinnen, die von ihren Balkons bzw. ihren Wintergärten von nun an das oft lautstarke Baugeschehen verfolgen konnten, werden sich gefragt haben: Wie soll denn das Hafenbecken eigentlich aussehen? Quadratisch, rechteckig, rund oder wie? Die Antwort: Die Wahl der Form sollte eine Reminiszenz auf das hier frühere Blüthner-Quartier werden. Der Piano-Hersteller hatte Weltruhm, heute erhalten ist nur die ehemalige Villa sowie eine Aufschrift an einem der Gründerzeitwohnhäuser mit „Blüthner-Saal“. So also erhielt das Hafenbecken die Kontur eines Flügels. Doch bis es dazu kam, zogen Jahre ins Land, zwischendurch sorgte die Corona-Zeit für etwas Flaute. Aber es ging weiter, die Stadt investierte rund 15 Millionen Euro in das Prestigeprojekt.

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