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Seumes Schwester in Rückmarsdorf

Seumes Schwester in Rückmarsdorf

alt200 Jahre ist es her, seit der Leipziger Bürger Johann Gottfried Seume, der kritisch-aufklärerische Dichter, der große Wanderer und Gerechtigkeitsfanatiker in Teplitz starb.


Die Johann-Gottfried-Seume-Gesellschaft zu Leipzig gedachte seiner in einer Reihe von Veranstaltungen zu diesem Anlaß. Auch der Heimatverein Rückmarsdorf hatte zu einer Gedenkveranstaltung für Sonntag, den 13. Juni, den Todestag Seumes, eingeladen. Zwar wird sich der Dichter wahrscheinlich kaum einmal in diesem einstigen Bauerndorf aufgehalten haben, aber für seine Schwester Johanna Regina wurde es in der Zeit nach seinem Tode zur zweiten Heimat. Dazu kam es in folgendem Zusammenhang:


Die Familie Seume besaß in der Mitte des 18. Jh. einen Bauernhof in Poserna in der Nähe von Lützen. Der Vater Andreas Seume, Böttcher und Landwirt, geboren 1739, hatte 1760 dort Regina Christine Liebing geheiratet, und sie bekamen sieben Kinder, von denen fünf bereits um 1790 nicht mehr am Leben waren. Johann Gottfried Seume selbst, eines von ihnen, wurde ja auch nur 46 Jahre alt, seine Schwester wurde in Rückmarsdorf 57. Sie hatte im Mai 1797 in Poserna Johann David Oehme aus Waldkirchen geheiratet, einen Müllerburschen und Landwirt, der in Poserna zu dieser Zeit die Dorfschänke „Zum blauen Krug“ mit Bauernwirtschaft übernahm.
Seine Schwiegereltern Andreas Seume und Regina geb. Liebing waren zuvor bereits 1771 mit ihren Kindern von Poserna nach Knautkleeberg gezogen, wo der Vater bereits 1776 starb. Seine geliebte Mutter hat Johann Gottfried Seume später dort stets besucht, wenn er in Leipzig weilte bzw. dorthin zurückgekommen war. 1798 zog sie sechzigjährig zur Familie ihrer Tochter nach Poserna zurück. [...]