Modellprojekt hilft Alkoholkonsumenten im Leipziger Westen
Wer kennt das Bild nicht. Eine Menschentraube, die sich vor Supermärkten, Läden oder an Haltestellen versammelt hat, um sich zu unterhalten und gemeinsam zu trinken. Das kann ein Anblick sein, der für manche störend erlebt wird oder zu Verunsicherung führen kann.
Diesem Phänomen will die Stadt mit einem Modellprojekt begegnen. Menschen, die an öffentlichen Plätzen im Leipziger Westen trinken, sollen nunmehr die Möglichkeit erhalten, durch ein niedrigschwelliges Angebot der MobilenStreetwork ins Hilfesystem vermittelt zu werden, um Unterstützung in vielfältigen Facetten zu erfahren. Die Plätze wurden vom Ordnungsamt und vom Leipziger Bürgerdienst in allen Stadtteilen ermittelt. Ungefähr 20 Trinkplätze befinden sich im EFRE-Fördergebiet des Leipziger Westens und werden jetzt von zwei Sozialpädagogen regelmäßig mit dem Fahrrad angesteuert. Die Stadt Leipzig begann im Dezember 2009 das Modelprojekt „Von der Straße ins Leben“. Es versteht sich als aufsuchende Hilfe für suchtkranke Menschen und Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht bzw. betroffen sind.
Das Pilotprojekt MobileStreetwork ist in dieser Form deutschlandweit einmalig. Mit dessen Durchführung wurde die SZL Suchtzentrum gGmbH beauftragt. Die Dauer beläuft sich zunächst auf zwei Jahre und wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie einem kommunalen Eigenanteil finanziert. Neben den ordnungspolitischen, strategischen Zielen steht natürlich die Sozialpädagogik und Suchthilfe im Fokus, um die dortigen Menschen zu erreichen und adäquat zu unterstützen. In den ersten Wochen wurden die Trinkplätze zum Vertrauens- und Beziehungsaufbau besucht. Diese Plätze haben für die Menschen, die sich dort aufhalten, eine große Bedeutung. Hier pflegen sie ihre sozialen Kontakte und strukturieren durch den Besuch eines solchen Treffpunkts ihren Tag wie andere durch den Gang zur Arbeit. [...]
