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Obdachlos in Eiseskälte

Obdachlos in Eiseskälte

Wie sich die Wohnungslosenhilfe in Leipzig auf den „Jahrhundertwinter“ einstellte.

Foto: Anja Naumann
Die extreme Wettersituation der vergangenen Wochen und Monate machte nicht nur den Autofahrern und Küstenbewohnern zu schaffen. Für Menschen ohne ein sicheres Obdach stellen Minustemperaturen allgemein und arktische Kälte im Besonderen ständig lebensbedrohliche Gefahrenlagen dar. Wahrscheinlich verharrt auch deshalb das Medieninteresse weiter bei wohnungslosen Menschen, obwohl die Besinnlichkeit der Weihnachtszeit schon geraume Zeit Vergangenheit ist.



Folgende Fragen rücken immer in den Vordergrund: Wie betreibt die Kommune, in Leipzig zuständig die Abteilung Soziale Wohnhilfen des Sozialamtes, Vorsorge für obdachlose Menschen im Winter? Wer unterstützt obdachlose Menschen? Wie kann jeder Einzelne helfen? Diese Fragen stehen im direkten Zusammenhangn und sollen deshalb im Folgenden auch im Kontext beantwortet werden. Die Abteilung Soziale Wohnhilfen des Sozialamtes der Stadt Leipzig rechnet jedes Jahr damit, dass der Winter lang und kalt werden kann und wappnet sich entsprechend.



Wohnungslose Familien und Ehepaare werden grundsätzlich zur Beseitigung der Obdachlosigkeit in Gewährleistungswohnungen (und nicht in Gemeinschaftsunterkünfte) eingewiesen. Diese Praxis wird ganzjährig vorgehalten, so dass für diese Zielgruppe auch keine explizite Winterplanung erforderlich ist.



Für alleinstehende Wohnungslose finden die Wintervorbereitungen seit 2005 in sogenannten Winterprogrammen präventive Berücksichtigung. In gemeinsamen Absprachen legen alle maßgeblichen Leipziger Einrichtungen und Hilfestellen der Notunterbringung alleinstehender Wohnungsloser mittels Ressourcenmobilisierung und Ablaufplanungen im Vorfeld verbindlich fest, um wie viele Plätze die jeweiligen Einrichtungen ihre Bettenkapazitäten im Bedarfsfall aufstocken können. [...]