Titelthema: Mit neuem Mut
2010 ist das Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung
Obwohl Europa einer der wohlhabendsten Kontinente ist, bestehen dennoch soziale Ungleichheiten. Nicht weniger als 17 % der Europäer können laut der EU ihre grundlegendsten Bedürfnisse nicht erfüllen, da ihnen hierfür die Mittel fehlen. Armut und soziale Ausgrenzung sind in einem inakzeptablen Ausmaß vorhanden. Dem will die EU mit ihrer Jahreswidmung für 2010 entgegentreten. Das „Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“ soll die Solidarität als Sicherheitsnetz für jeden einzelnen Menschen fördern, insbesondere in Krisenzeiten wie den gegenwärtigen.
Bereits im Jahr 2000 vereinbarten die europäischen Mitgliedstaaten im Rahmen der Lissabon-Strategie für mehr wirtschaftliche Produktivität und wissensbasierte Innovationsgeschwindigkeit das Ziel, die Beseitigung der Armut in Europa entscheidend voran zu treiben. Daran knüpft nun auch das Europäische Jahr 2010 an. Die Mitgliedstaaten sind dazu angehalten länderspezifische Umsetzungsstrategien gegen Armut und soziale Ausgrenzung zu entwickeln. Hierzulande stellen beispielsweise Arbeitslosigkeit und die ungleiche Chancenverteilung in der Bildung immer noch die größten Herausforderungen dar. Die so genannte Armutsrisikoquote lag laut dem letzten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung im Jahr 2005 bei 13 Prozent. Um dies zu ändern, formulierte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, dass das Europäische Jahr 2010 hierzulande koordiniert, folgende Ziele:
Zunächst soll das öffentliche Bewusstsein für die Thematik gestärkt und sensibilisiert werden. Vorurteile und Diskriminierungen sollen überwunden werden, indem vor allem durch Politik und Medien deutlich gemacht wird, dass es viele Ursachen und Auswirkungen von Armut gibt, die jedem Menschen widerfahren können. [...]
